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Cisco Internet of Everything: Die 19-Billionen-Dollar-Chance.

So wie sich eine Firma transformieren muss, müsse sich auch ein Land, eine Stadt, „neu erfinden“, sagte Cisco-CEO John Chambers beim Cisco Partner-Summit 2015 in Montreal
So wie sich eine Firma transformieren muss, müsse sich auch ein Land, eine Stadt, „neu erfinden“, sagte Cisco-CEO John Chambers beim Cisco Partner-Summit 2015 in Montreal - Foto: Cisco
Da 99,4 Prozent der Dinge, die miteinander vernetzt werden können, noch nicht vernetzt sind, ist der Markt des Internet der Dinge laut Cisco global betrachtet 19 Billionen Dollar groß.

Von den 500 Unternehmen auf der „Fortune 500“-Liste haben nur 24 Prozent bereits vor 25 Jahren existiert. Es gibt heute Unternehmen, die ganze Branchen durcheinanderbringen – Uber und Lyft transformieren die Taxi-Branche, Spotify oder Pandora den Musik-Markt, Airbnb mischt den Hotel-Markt auf, Tesla die Autobranche und Amazon macht den analogen Geschäften stark zu schaffen. In zehn Jahren werden 40 Prozent der Unternehmen nicht mehr existieren, weil sie nicht auf die neuen Märkte reagieren, sich nicht anpassen, hat die Babson Olin School, eine der besten Business-Schools in den USA, in einer Studie festgestellt. Wer nicht innoviert, bleibt hinten – und verschwindet. „Man kann auch das Richtige zu lang machen“, sagt CEO-John Chambers beim diesjährigen Cisco Partner Summit in Montreal.

Auch ein Land muss sich neu erfinden

Gute CEOs machen Druck auf den CIO (Chief Innovation Officer), damit das Unternehmen Entwicklungen nicht verschläft. Auch ein Kanzler, Landeshauptmann oder Bürgermeister sollten Chambers Meinung nach Druck machen. So wie sich eine Firma transformieren muss, müsse sich auch ein Land, eine Stadt, „neu erfinden“. Mit Frankreich hat Cisco im Februar dieses Jahres eine umfangreiche Kooperation abgeschlossen. Das Abkommen verfolgt drei Hauptziele:  Erstens eine starke Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Ausbildung für digitale Berufe. Ziel ist es, in drei Jahren 200.000 Personen auszubilden und mehrere Lehrstühle zu finanzieren. Zweitens wird eine französische Stadt – welche, ist noch nicht bekannt – zu einer Smart-City-Musterstadt. Cisco wird verschiedene digitale Zugangsmöglichkeiten zu öffentlichen Dienstleistungen testen, vor allem in ländlichen Gebieten. Drittens werden digitale Innovationen gefördert – 100 Millionen Euro werden in französische Start-ups investiert.

Das Tempo zählt

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Foto: Cisco
„Speed of innovation“ ist das wichtigste Kriterium. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Länder, Städte und Gemeinden. „disrupt or be disrupted“ - verändere dich oder du wirst verändert. Dieser Slogan gilt auch für den öffentlichen Bereich. Der Unterschied – unsere Zukunft hängt davon ab, wie Regierungen und die Politik auf die digitale Veränderung, die auf sie zukommt, reagieren. „Ein Unternehmen muss sich verändern, sonst verschwindet es vom Markt“, sagt Chambers. Geschwindigkeit ist das Um und Auf. "Jede Firma, jeder Staat, jede Stadt muss digital werden“, so Chambers. „Die richtige Information muss zur richtigen Zeit die richtige Person erreichen, damit eine richtige Entscheidung getroffen werden kann.“

Billionen Marktwert

Seit Jahren schon wird das Internet der Dinge (Internet of Things) propagiert. Mittlerweile spricht man schon vom Internet of Everything, also Internet von Allem – 99,4 Prozent der Welt, also von diesem Allem, sind noch nicht miteinander vernetzt. Über das nächste Jahrzehnt hat das Internet of Everything eine globale Marktchance, die im Cisco IoE Value Index mit 19 Billionen Dollar (15,6 Billionen Euro) - sic! - Wert beziffert wird. Auf den privaten Sektor fallen 14,4 Billionen Dollar (13,2 Billionen Euro), auf den öffentlichen Bereich, also Städte, Regierungen 4,6 Billionen (4.2 Billionen Euro).

Erste Musterbeispiele

Erfolgreiche Beispiele für das Internet of Everything gibt es – sowohl für den öffentlichen wie auch den privaten Bereich – bereits viele. Der Long Beach Container Terminal - südlich von Los Angeles - wurde von Cisco gemeinsam mit ABB und Siemens völlig automatisiert. Jedes Gerät, jeder Lastwagen, jede Containerbrücke, jeder Kran ist smart, der gesamte Containerhafen läuft auf IP, es gibt zwei Datencenter und 7000 Switches.

IP ist die gemeinsame Sprache

Am Hartsfield-Jackson Airport in Atlanta wurde das ganze Beleuchtungssystem smart gemacht. Das kann mit LEDs sehr einfach realisiert werden, weil die Lampen über das Internet-Protokoll gesteuert werden können. Das US-Unternehmen Pason Systems wiederum macht Ölfelder intelligent und hat bereits mehr als 2000 Förderanlagen und Bohrtürme vernetzt. Auf dem öffentlichen Sektor gilt das kanadische Mississauga als Musterbeispiel. Zwar keine Besonderheit im architektonischen Sinn, wurde aber in der 700.000-Einwohner-Stadt alles miteinander vernetzt, was vernetzt werden kann – vom Verkehr über Energie bis zu Wassersystemen. Das gesamte Netzwerk dieser smarten City basiert auf dem Internet-Protokoll (IP). Und diese Sprache werden künftig alle Dinge im Internet der Dinge sprechen müssen.

(futurezone) Erstellt am 30.04.2015, 13:45

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