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Studie Wie sich Falschinformationen über Facebook verbreiten.

Die sozialen Netzwerke erweisen sich als besonders anfällig für Falschinformationen
Die sozialen Netzwerke erweisen sich als besonders anfällig für Falschinformationen - Foto: dpa Armin Weigel
Forscher aus Italien und den USA haben untersucht, wie sich Falschinformationen über Facebook verbreiten. Wie sich zeigt, werden unerwünschte Meinungen ignoriert.

Falschinformationen, seien es nun Hetze, Verschwörungstheorien oder Informationen von zweifelhaftem Ursprung, verbreiten sich wie ein Lauffeuer auf Facebook, Twitter und Co. Die sozialen Netzwerke scheinen sich perfekt für das Verbreiten von Falschinformationen zu eignen. Warum das so ist, hat nun ein Team bestehend aus Forschern der italienischen Universität La Sapienza und der Bosto University untersucht.

Fünf Jahre untersucht

Die Forscher haben das Verhalten von Facebook-Nutzern zwischen 2010 und 2014 beobachtet. Dazu wurden die öffentlichen Postings von insgesamt 67 Facebook-Seiten - 32 davon berichten über Verschwörungstheorien, 35 weitere über Nachrichten aus der Wissenschaft - analysiert. Zum Vergleich wurden zudem zwei "Troll"-Seiten analysiert, die offensichtlich Falschinformationen verbreiten. Anschließend wurde ausgewertet, wie sich die Informationen von Nutzer zu Nutzer verbreiteten.

Die Studie zeigt, dass die bekannte Theorie des Bestätigungsfehlers in den sozialen Netzwerken eine große Rolle spielt. Demnach suchen Facebook-Nutzer bewusst nach Informationen, die ihre Meinung bestätigen und ignorieren Inhalte, die diese widerlegen könnten. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass Nutzer meist dazu tendieren, Inhalte, die einem bestimmten Weltbild entsprechen, auszwählen und zu teilen. Der Rest wird ignoriert", heißt es in der Studie. 

Mitglieder bestärken sich

Im Zuge der Studie konnten zahlreiche "Gruppen" entdeckt werden, die durch die "Verbreitung von verfälschten Inhalten, die mit unbegründeten Gerüchten, Misstrauen und Paranoia hetzen", auffallen. Da diese besonders stark untereinander vernetzt sind, verbreiten sich die Informationen meist relativ rasch.

Diese Gruppen sorgen auch dafür, dass der Glauben in diese Informationen gegenseitig bestärkt wird. Dieser Effekt wird als Gruppenpolarisierung bezeichnet. Teilt ein Bekannter oder eine Bekannte einen Artikel, der die Meinung der Gruppe entspricht, fühlen sich die Mitglieder der Gruppe in ihrer Meinung bestätigt und werden selbstbewusster. Dieses dazugewonnene Selbstbewusstsein sorgt dafür, dass die eigene Meinung vehementer gegen Andersdenkende verteidigt wird.

Aufklärung hilft selten

Doch was hilft? Aufklärung durch Faktenchecks offenbar nicht, wie eine weitere Untersuchung zeigt. Demnach fallen die Reaktionen dieser Gruppen meist negativ auf, nur wenige zeigen sich einsichtig. Meist wurde durch derartige Faktenchecks sogar der Glauben an die Falschinformationen bestärkt. 

(futurezone) Erstellt am 11.01.2016, 12:01

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