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Telekom-Chef Hannes Ametsreiter tritt zurück

Der 48-jährige Hannes Ametsreiter wird sein Amt als CEO der Telekom Austria zum 31. Juli 2015 zurücklegen. Das berichtet der KURIER. Details zu seinen Beweggründen sind bislang noch nicht bekannt, in einer ersten Aussendung dankt Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Ruttenstorfer Ametsreiter jedoch für seine Arbeit. In der kommenden Aufsichtsratssitzung werde man sich mit der Nachfolge-Frage beschäftigen. Ametsreiter hatte Boris Nemsic 2009 an der Spitze des Unternehmens beerbt. Erst im Februar 2013 wurde sein Vertrag um drei Jahre verlängert, mit Option auf zwei weitere Jahre.

19 Jahre bei Telekom Austria

Ametsreiter wechselte 1996 von Procter & Gamble zur Telekom Austria. Er stieg rasch vom Produktmanagement zum Marketing-Bereichsleiter auf. Ab 2001 war er bereits als Vorstand für Marketing und Vertrieb tätig, 2007 wurde er CMO der Telekom Austria. 2009 übernahm er als CEO die Festnetz-Sparte der Telekom Austria und behielt diese Position auch, als er Boris Nemsic im April 2009 als CEO des gesamten Konzerns nachfolgte.

Druck von America Movil

Unter der Führung von Ametsreiter übernahm der mexikanische Konzern America Movil die Mehrheit am Unternehmen, derzeit besitzt es 59,70 Prozent. Die restlichen Anteile verteilen sich auf die staatliche Bundes- und Industriebeteiligungs-Gesellschaft (28,42 Prozent) sowie Kleinaktionäre (11,88 Prozent). America Movil griff bereits im März bei der Telekom Austria hart durch. Einer der Vorstände, Günther Ottendorfer, musste seinen Platz als COO für den mexikanischen Wunschkandidaten Alejandro Plater räumen. Zuletzt bestand der Vorstand noch aus CEO Ametsreiter sowie dem Finanzchef Siegfried Mayrhofer. Zwischen America Movil und ÖBIB ist vereinbart, dass der mexikanische Mehrheitseigentümer zwei Vorstandsplätze stellen darf, die ÖBIB aber den Generaldirektor bestimmt. Laut "Die Presse" soll nun America Movil die Notbremse gezogen haben.

Krise mit aufsteigender Tendenz

Das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr fiel nicht gut aus. Im Vorjahr fiel das Ergebnis tiefrot aus, der Überschuss reduzierte sich von 52,1 Millionen Euro Plus (2013) auf 185,4 Millionen Euro Minus. Auch der Umsatz und das operative Ergebnis brachen ein. Schuld daran war vor allem das Problemland Bulgarien, in dem mehr als 400 Millionen Euro abgeschrieben werden mussten. Für das laufende Geschäftsjahr sah es deutlich besser aus. Im ersten Quartal konnte der Nettogewinn um 128 Prozent auf 92,7 Millionen Euro gesteigert werden. Auch in Bulgarien schien sich die Situation nach Reformen zu bessern. Die Anleger waren über die Nachricht von Ametsreiters Abgang nicht erfreut: Die Aktie der Telekom Austria brach um 2,6 Prozent ein.

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