Digital Life

Mobilfunk: Einsparungen von 441 Euro pro Jahr möglich

Bis zu 441 Euro pro Jahr konnten Nutzer von SIM-Only-Tarifen nach Berechnungen von durchblicker.at im vergangenen Jahr einsparen. Dazu haben vor allem virtuelle Anbieter wie HoT, Spusu, Bob, eety, UPC etc. beigetragen, die sich in den Netzen der Platzhirschen eingemietet haben. Während die Tarife bei den Premium-Anbietern gestiegen seien, habe es "auf der Unterseite des Marktes" einen Preiskampf gegeben, sagt Reinhold Baudisch, Gründer der Preisvergleichsplattform bei einem Pressegespräch am Dienstag.

Kunden, die ein Handy-Vertragspaket gewählt haben, konnten je nach Nutzungsverhalten immerhin noch bis zu 275 Euro jährlich sparen. Ein Beispiel: Vielnutzer, die sich für ein iPhone 7 entschieden haben, konnten bei einem Tarif mit 5 GB LTE-Daten, 1500 Minuten Telefonie und 500 SMS zwischen Tarifen wählen, deren Preisdifferenz im Jahr 255 beträgt.

Roaming-Aus "schon eingepreist"

Im Preisgefüge der Mobilfunker erwartet Baudisch wegen dem Roaming-Aus Anfang Juli keine großartigen Veränderungen. "Die meisten Anbieter haben den Wegfall der Roaming-Gebühren schon eingepreist", sagt der durchblicker.at-Chef. Das Gros der Kunden würde mit bestehenden Verträgen, die bereits über ein Kontingent an Auslandsgesprächen verfügen, auskommen. Preissteigerungen bei der Inlandstelefonie werde der Wettbewerb nicht zulassen.

Auf der Plattform können die mehr als 300 Tarife von insgesamt 29 Mobilfunkanbietern miteinander verglichen werden. Zählt man Geräte-Varianten dazu ergeben sich mehr als 15 Millionen Tarif-Optionen. Neben Mobilfunktarifen können Konsumenten auf durchblicker.at auch die Kosten für Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Energie vergleichen.

Hohe Ersparnisse bei Energie

Bei Strom und Gas errechnete durchblicker.at im vergangenen Jahr insgesamt ein Einsparungspotenzial von mehr als 1000 Euro. Der Markt komme nun auch in Österreich in Bewegung, sagt Baudisch. Die Wechselrate habe im vergangenen Jahr 4,5 Prozent bei Strom und 5,5 Prozent bei Gas betragen "200.000 Kunden haben den Anbieter gewechselt", sagt Baudisch: "jetzt verändern sich die Spielregeln."

Durchblicker.at selbst verzeichnete im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis und erwirtschaftete einen Umsatz von fünf Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden auf der Plattform 2016 6,5 Millionen Preisvergleiche durchgeführt. Schwarze Zahlen schreibt das vor sieben Jahre gegründete Start-up noch nicht. Heuer wolle man erstmals ausgeglichen bilanzieren, erzählt Baudisch.

Derzeit testet die Plattform ein durchblicker-Konto, auf dem Vertragsdaten eingegeben werden können. Bietet sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter an, werden die Nutzer automatisch benachrichtigt. Damit wolle man Kunden ermöglichen bestehende Verträge laufend zu optimieren, erläutert Baudisch.

Breitband-Tarifvergleich noch heuer

Voraussichtlich heuer will man auch einen Preisvergleichsrechner für Festnetz-Internet anbieten "Wir haben noch eine Lücke bei Kabel- und DSL-Internet. Die wollen wir schließen", kündigt Baudisch an: "Der Markt interessiert uns sehr."

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Patrick Dax

pdax

Kommt aus dem Team der “alten” ORF-Futurezone. Beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Innovationen, Start-ups, Urheberrecht, Netzpolitik und Medien. Kinder und Tiere behandelt er gut.

mehr lesen