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DRM: Drucker nehmen nur mehr Original-Papier

Es ist kein Geheimnis, dass Druckerhersteller an Druckern selbst - wenn überhaupt - nur einen Bruchteil ihrer Gewinne erwirtschaften. Ein viel besseres Geschäft sind Verbrauchsmaterialien, wie etwa Tinte oder Toner. Naturgemäß haben die Unternehmen also Interesse daran, dass Kund*innen nur originales Verbrauchsmaterial kaufen.

Das führte etwa dazu, dass Tinten-  und Tonerpatronen mit Digital Rights Management (DRM) bzw. einem Kopierschutz entwickelt wurden. Drucker überprüfen anhand eines Chips den Füllstand bzw. die Herkunft der Patronen und verweigern bei Produkten von Drittanbietern schlimmstenfalls den Dienst. Die Chipknappheit führte hier bereits zu einem kuriosen Umstand bei Canon. 

Thermopapier bringt DRM

Noch einen Schritt weiter ging zuletzt das Unternehmen Dymo, das sich auf Etiketten bzw. entsprechende Etikettendrucker spezialisiert hat. Darauf weist die digitale Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation EFF in einem Blogposting hin. Weil die Etikettendrucker mit Thermopapier arbeiten, benötigen sie keine Tinte. Lediglich Hitze ist dabei notwendig, um Schwarz auf dem Papier zu erzeugen.

Dymo hat nun damit begonnen, RFID-Chips in das Papier zu integrieren, wodurch die Drucker Originalware von anderer unterscheiden können. So kann der Hersteller seine Kund*innen zwingen, lediglich das hochpreisige Originalpapier zu kaufen. Der Preisunterschied ist enorm: Während eine Rolle Dymo-Papier laut EFF 10 bis 15 Dollar pro Rolle kostet, sind es bei alternativen Anbietern lediglich 2 bis 5 Dollar.

Hacks

Kund*innen reagierten mit wenig Verständnis. Auf Reddit wurde bereits darüber beraten, wie man man den Check aushebeln könnte. Manche kleben den Original RFID-Chip einfach auf die nicht originale Rolle. 

Der Schritt ist laut EFF bemerkenswert, da noch nie ein Hersteller so weit gegangen ist, Papier mit DRM auszustatten. Die Organisation rät Kund*innen, zu Produkten anderer Hersteller zu greifen - auch wenn man bereits einen Dymo-Etikettendrucker besitzt. Das sorgt zwar für Anschaffungskosten, spart langfristig aber Geld. Gerade in der Pandemie waren Etikettendrucker gefragt, weil viel über den Postweg erledigt wurde.

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