Produkte

Starlink-Internet im Airbus-Flugzeug ausprobiert

Vor ein paar Tagen war ich in Berlin. Als ich es mir im Flugzeug für den Rückflug nach Wien gemütlich machte, wurde ich durch eine Durchsage hellhörig. Trotz Kopfhörer und Musikbeschallung hatte ich irgendwas mit "Starlink" gehört. 

Ich zückte mein Handy, um nachzusehen, ob möglicherweise Starlink-Internet angeboten wird. Und siehe da: Mit einem Fingertipp in den WLAN-Einstellungen, war ich schon mit dem Satelliten-Internet verbunden. 

➤ Mehr lesen: Wie kommt das WLAN ins Flugzeug?

Starlink auf einem Flug mit airBaltic

Kostenloses Starlink-Internet

Für mich kam das ziemlich unerwartet. Gebucht wurde der Flug nämlich mit Austrian Airlines. Geflogen bin ich aber mit airBaltic - 3 Maschinen der Fluggesellschaft sind nämlich im Rahmen eines Wet-Leases für Austrian unterwegs. 

Die lettische Airline hat eine Flotte von 53 Maschinen des Airbus A220-300 im Einsatz. Alle Flugzeuge von airBaltic sind mit Starlink-Internet ausgestattet, das die Passagiere während des Flugs kostenlos nutzen können. 

Eigentlich wollte ich auf dem kurzen Flug von Berlin nach Wien ungestört und offline am Laptop arbeiten oder irgendein Casual-Game am Handy zocken. Doch das Gratis-Internet hat meine Pläne komplett durcheinandergebracht.

➤ Mehr lesen: Wie gefährlich sind Smartphones im Flugzeug wirklich?

Diese Airlines bieten Starlink

Hier ist eine Liste von Fluggesellschaften, die Starlink-Internet auf ihren Flügen anbieten bzw. anbieten wollen. Je nach Airline werden zum Teil nur bestimmte Flugzeugtypen mit der Technologie ausgestattet. In Klammer ist das Monat angeführt, in dem die Airline bekannt gegeben hat, Starlink anzubieten. 

Starlink-Alternative von Amazon

Beim Satelliten-Internet gilt Amazon mit Amazon Leo (vormals bekannt als Project Kuiper) als einer der wenigen Konkurrenten zu Starlink. Erst kürzlich hat die US-Airline Delta angekündigt, mit Amazon Leo zu kooperieren. Auch JetBlue will damit künftig WLAN an Bord anbieten.

Überraschend stabild und schnell

Starlink war bereits während des Rollens auf dem Rollfeld aktiv. Auch während des Starts und der Landung war ich mit dem Internet verbunden. Bei den meisten anderen Airlines, die Internet an Bord anbieten, ist eine Verbindung erst auf Reiseflughöhe möglich. 

Die Speedtests während des Flugs waren überraschend hoch: Mehrmals bin ich auf eine Download-Speed von rund 420 Mbps und einem Upload-Speed von rund 40 Mbps gekommen. Gleichzeitig war die Verbindung derart stabil, dass ich problemlos auf YouTube durch Videos scrollen konnte.

➤ Mehr lesen: 10 kuriose Dinge über den Airbus A380, die ihr noch nicht wusstet

Eine solide Verbindung im Flug.

Nur eine Momentaufnahme

Klar ist aber auch, dass es sich hierbei um eine Momentaufnahme auf einem einzelnen Flug handelt. Die Frage, ob das Gebiet zwischen Berlin und Wien zum Zeitpunkt des Flugs vielleicht nur zufällig besonders gut mit Starlink abgedeckt war, kann ich leider nicht beantworten. 

Außerdem war der Flieger übrigens nur halb voll. Wie es um die Bandbreite steht, wenn die Maschine voll ausgelastet ist, lässt sich nicht abschätzen. Es ist natürlich naheliegend, dass die Verbindungsgeschwindigkeit sinkt, wenn in einem vollen Flugzeug alle Passagiere auf Netflix streamen. 

➤ Mehr lesen: Amazon stellt Flugzeugantenne für superschnelles Internet vor

Fazit

Aus dem produktiven Offline-Arbeiten am Laptop wurde wegen des Starlink-Internets nichts. Den Flug von Berlin nach Wien habe ich dann hauptsächlich mit blödem Instagram-Scrollen, Speedtests und dem Beobachten des eigenen Flugs auf Flightradar24 verbracht. 

Auch wenn ich die Zeit besser hätte nutzen können, würde ich mir bei meinem nächsten Flug wieder eine ähnliche Internetverbindung wünschen. Nicht nur, aber vor allem auf Langstreckenflügen ist eine stabile und leistungsfähige Internetverbindung ein Gamechanger. 

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein brauchbares Internet im Flugzeug zur Normalität wird. Die nächste Frage richtet sich natürlich nach dem Preis. Sind Passagiere gewillt, für Internet im Flugzeug zu bezahlen? Auf der Kurzstrecke wohl eher nicht, auf der Langstrecke vielleicht eher. Aber vielleicht wird das Inflight-WLAN künftig ohnehin zum kostenlosen Standard - schön wär's. 

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

mehr lesen