Science

Saturn-Ringe: Rätselhafte Moleküle entdeckt

Die NASA-Raumsonde Cassini ist zwar längst verglüht, an zurückgelassenen Geschenken mangelt es aber nicht. So sind Forscher weiterhin mit der Auswertung der in den letzten fünf Monaten gesammelten Daten beschäftigt, als die Sonde wiederholt zwischen den berühmten Saturn-Ringen und dem Planeten selbst unterwegs war. Die aufgeschnappten Partikel in der Atmosphäre machen die Forscher bislang ratlos.

Saturn-Ringe blättern ab

So war bisher schon vermutet worden, dass sich Staub- und Eispartikel der Ringe lösen und irgendwie ihren Weg in die Saturn-Atmosphäre schaffen. Diese Vermutung wurde bestätigt, gleichzeitig fand Cassini in der Atmosphäre nicht wie erwartet vor allem Wassermoleküle vor, sondern ein bislang nur schwer zu entschlüsselndes chemisches Gemisch von unterschiedlichsten Molekülen.

Neben Methan und wahrscheinlich Kohlenmonoxid zeichnete die Sonde auch eine Reihe von Molekülen auf, die den Forschern unbekannt bzw. noch nicht zuordenbar sind. Da die Konzentration dieser chemischen Teilchen in der höheren Atmosphäre und rund um den Äquator am höchsten waren, gehen die Forscher davon aus, dass sie direkt auf Ablösungen aus den Ringen zurückzuführen sind.

Modelle versagen

Wie diese Partikel allerdings in der Atmosphäre von Saturn landen, bleibt weiterhin ein ungelöstes Mysterium. Es gebe derzeit noch kein einziges Modell, das diesen Vorgang erklären könne, sagte der Planetenforscher Mark Perry bei einer Präsentation der jüngsten Forschungsergebnisse. Es werde noch viel Arbeit brauchen, um hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen zu können.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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