Start-ups

orat.io verknüpft Firmen und Kunden per Instant Messaging

orat.io, so heißt ein neues Start-up aus Wien, das Unternehmen mit ihren Kunden über Messenger-Services vernetzt. “Wir ermöglichen Firmen, direkt mit ihren Kunden zu kommunizieren. Mit orat.io können Unternehmen etwa Kundenanfragen zu ihren Produkten und Services anstatt ausschließlich über E-Mail, auch über Messenger entgegennehmen”, erklärt Bernhard Hauser, CEO und Mitbegründer des Start-ups, im futurezone-Interview. Zu den von orat.io unterstützten Netzwerken zählen derzeit WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram Messenger. “Die Vorteile aus Sicht der Unternehmen sind die große Reichweite der Messenger, deren Einfachheit in der Bedienung und der Mobile-First-Ansatz”, sagt Hauser.

Zielgruppe und Geschäftsmodell hat das Start-up klar definiert: Grundsätzlich sei die Zielgruppe sehr groß, so der Firmengründer, in der Anfangsphase will sich orat.io aber auf kleine bis mittelgroße Startups und B2C-Unternehmen konzentrieren, die einen starken Online- und Mobil-Fokus haben. “Unser Geschäftsmodell ist bewusst einfach gehalten. Die Nutzung unseres Dienstes kostet pro Monat ab 49 Euro und inkludiert zu diesem Preis bereits die Nutzung aller unterstützten Netzwerke”, erklärt Hauser. Dabei will das Start-up unterschiedliche Pakete anbieten, die unterschiedliche Leistungen enthalten. Details zu den größeren Packages soll es in Kürze geben.

Networking am Web Summit in Dublin

orat.io ist auch eines von 14 heimischen Start-ups, das in diesem Jahr mit der Wirtschaftskammer nach Dublin zum Web Summit reist. Die Konferenz ist der größte Start-up-Event Europas. Jungunternehmer treffen dort auf CEOs etablierter Internetkonzerne, ebenso wie auf Investoren und potenzielle Kunden. Bei orat.io sind die Erwartungen an das Web Summit hoch. “Wir wünschen uns vor allem Kontakte zu potenziellen Kunden und interessanten Investoren, die das Projekt spannend finden”, sagt Hauser. Allerdings sei man sich auch bewusst, dass man dafür schon vor dem Event etwas Aufwand in die Recherche stecken und sich vernetzen müsse. Die Konkurrenz am Summit ist groß, Start-ups müssen sich gegen hunderte andere mit ihren Projekten behaupten.

An sich sei es nicht schwierig Investoren anzusprechen, wenn man zwei Dinge beachte, meint Hauser: “Erstens muss das Projekt für die Person interessant sein und zweitens muss man meistens pro-aktiv auf Investoren zugehen.” In beiden Fällen stecke man vorab ein paar Stunden in die Recherche, um dann gezielt beim Event die richtigen Personen anzusprechen und Termine auszumachen. So will orat.io auch das Web Summit in Dublin ideal für sich ausnutzen.

“Egal, woher man kommt”

Der Firmengründer ist überzeugt, dass auch österreichische Start-ups sich international erfolgreich positionieren können. “Unsere Erfahrung ist, dass es (fast) egal ist, woher die Startups kommen. Entscheidend sind fast ausschließlich die Idee und das Team dahinter, das die Fähigkeiten hat, diese Idee umzusetzen.” Es mache natürlich einen Unterschied, ob man in Berlin oder Wien zu Hause ist, “aber gute Ideen haben sich noch immer besser durchgesetzt als mittelmäßige”, meint Hauser und verweist auf das Parade-Erfolgsbeispiel Runtastic.

“Das Öko-System vor Ort kann allerdings einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie gut sich Start-up-Szenen entwickeln”, so Hauser weiter. Der Verein AustrianStartups leiste hier seit ein paar Jahren einen guten Job in Österreich. “Wichtig ist, dass man als österreichisches Start-up schnell über die Landesgrenzen hinwegsieht und sich international ausrichtet”, betont der orat.io-CEO. “Denn der österreichische Markt ist in vielen Fällen viel zu klein, während der angrenzende deutsche Markt bereits großes Potenzial bietet, um die nächsten Schritte umzusetzen.”

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Claudia Zettel

ClaudiaZettel

futurezone-Chefredakteurin, Feministin, Musik-Liebhaberin und Katzen-Verehrerin. Im Zweifel für den Zweifel.

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