Apps 03.02.2018

Boykottaufrufe gegen umstrittene Quiz-App HQ

© Bild: Intermedia Labs

Viele Nutzer fordern via Social Media auf, die App zu löschen. Grund ist ein Investment des Unternehmers Peter Thiel. Es ist nicht die einzige Kontroverse rund um HQ.

In verschiedenen sozialen Netzwerke verbreitet sich seit Freitag der Hashtag #DeleteHQ, wie unter anderem The Verge berichtet. Grund für die Aufregung ist ein 15-Millionen-Dollar-Investment von Founders Fund, eine Risikokapitalfirma des Investors und PayPal-Gründers Peter Thiel.

Thiel ist in der Vergangenheit etwa mit Spenden für die Trump-Kampagne sowie mit einigen fragwürdigen Aussagen aufgefallen. Außerdem ist er größter Anteilseigner des Datenanalyseunternehmens Palantir, das mit US-Geheimdiensten zusammenarbeitet.

Populäres Spiel

HQ (futurezone-Test) erreichte in den vergangenen Wochen enorme Popularität. Mit der App können Nutzer zwei Mal täglich an einer Live-Quizshow teilnehmen und dabei Geld gewinnen. An den Spielen nehmen regelmäßig knapp eine Million Nutzer teil. Es gilt dabei, zwölf Fragen zu beantworten. Pro Frage hat man zehn Sekunden Zeit, bei einer falschen Antwort fliegt man aus dem Spiel. Pro Spiel gibt es in der Regel insgesamt 2.500 Dollar zu gewinnen.

Hinter der App stehen die Vine-Gründer Colin Kroll und Rus Yusupov. Nachdem Vine von Twitter übernommen wurde, arbeiteten die beiden für den Kurznachrichtendienst. Sie wurden jedoch entlassen, weil es zu Schwierigkeiten im Arbeitsumfeld kam. Laut einem Bericht bei Recode soll sich Kroll dabei unangemessen gegenüber Frauen verhalten haben. Der Bericht führte dazu, dass einige Kapitalgeber auf ein Investment bei HQ verzichteten.

Geschäftsmodell

Fragen wirft auch das Geschäftsmodell von HQ auf. So ist weitestgehend unklar, wie die App Geld verdienen will. Aussagen von Yusupov zufolge habe dies noch “keine Priorität”. Im Zuge der aktuellen Finanzierung wird HQ aber dennoch mit 100 Millionen Dollar bewertet.

( futurezone ) Erstellt am 03.02.2018