Apps 08.07.2016

Facebook Messenger erhält Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

© Bild: Facebook

Künftig kann man sich auch auf dem Facebook Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterhalten. Nachrichten können dabei mit einem Ablaufdatum versehen werden.

Der Facebook Messenger, neben WhatsApp einer der beliebtesten Messenger, bekommt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das gab Facebook in einem Blogeintrag bekannt. Das ermögliche Chats auf Facebook, die von keinem Dritten, sei es nun Facebook oder Ermittlungsbehörden, gelesen werden können. Das liegt daran, dass lediglich Sender und Empfänger über die erforderlichen Daten verfügen, um die Nachrichten zu entschlüsseln.

Ähnlich wie bei Googles neuer Chat-Plattform Allo und Telegram muss die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vom Nutzer aktiviert werden. Die sogenannten geheimen Chats werden dann nicht in der Cloud gespeichert und können nur auf jenen Geräten abgerufen werden, auf denen sie empfangen wurden. Die geheimen Gespräche sind auf die Messenger-App unter Android und iOS beschränkt. Unter Messenger.com, dem Facebook-Chat und Messenger for Desktop bleiben die Gespräche unverschlüsselt.

Nachrichten mit Ablaufdatum

Da niemand außer Sender und Empfänger auf den Inhalt der Nachrichten zugreifen kann, sind auch bestimmte Dienste wie Chatbots, GIF-Plugins und Bezahlen per Nachricht nicht verfügbar. Es gibt aber auch Funktionen, die in herkömmlichen Konversationen nicht verfügbar sind. So können "selbstzerstörende Nachrichten" erstellt werden, die nur für eine bestimmte Zeit sichtbar sind. Dabei kann ein Zeitraum zwischen fünf Sekunden und sechs Stunden frei bestimmt werden.

Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt man, wie auch WhatsApp und Google Allo, auf das Signal-Protokoll von Open Whisper Systems. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt vorerst auf eine kleine Gruppe von Test-Nutzern beschränkt. Im Laufe des Sommers soll die Funktion langsam für mehr Nutzer freigeschaltet werden. Ab Anfang September sollen dann alle Nutzer Zugriff auf die verschlüsselten Chats erhalten.

Soll optional bleiben

Laut Facebook habe die Implementierung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung deswegen länger gedauert, da das System des Messengers darauf ausgelegt sei, die Nachrichten zentral auf Servern zu speichern. So haben die Nutzer auf allen Plattformen Zugriff auf ihre Konversationen. Nun sollen geheime Gespräche ebenso zuverlässig ablaufen wie herkömmliche Chats.

Daher bleibe die Verschlüsselung auch Opt-In. Die Mehrheit der Facebook-Nutzer würde die Möglichkeit schätzen, Konversationen auf mehreren Geräten gleichzeitig zu führen, so Facebook. "Es ist diese zusätzliche Schutzschicht, die man in bestimmten Gesprächen gerne hätte, beispielsweise wenn man seine Sozialversicherungsnummer, einen Nutzernamen, Passwort, Kontodaten oder medizinische Informationen verschickt", erklärt David Marcus, verantwortlicher VP für den Messenger.

( futurezone ) Erstellt am 08.07.2016