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11.09.2018

Warum es für iOS keine echten Anti-Viren-Apps gibt

Potentielle Anti-Viren-Apps für iOS können nicht halten, was sie versprechen.

Apple erlaubt in seinem App-Store keine wirklichen Anti-Viren-Apps. Die Begründung: Die mobile Plattform von Apple sei „vom Kern auf“ sicher und es wäre daher gar nicht notwendig, eine Anti-Viren-Lösung zu installieren.

Was erstmal ein wenig arrogant klingt, hat durchaus seine Berechtigung. Das Betriebssystem iOS ist wirklich ziemlich sicher. Apps können nur in Sandboxes ausgeführt werden, also in einem isolierten Bereich, innerhalb dessen jede Maßnahme keine Auswirkung auf die äußere Umgebung hat. Malware-Apps können daher nichts stehlen oder das System verändern und damit ist der Betrieb von Apps in iOS erstmal ziemlich sicher.

MDM-Systeme als Security-Gefahr

Dazu kommt, dass man auf iOS nur Apps aus dem offiziellen App Store runterladen kann, außer das Gerät, das man verwendet ist ein Firmen-Gerät, das über ein Mobile Device Management (MDM)-System gesteuert wird. Über MDM-Lösungen können aus der Ferne Apps, die nicht aus dem App-Store stammen, installiert und deinstalliert werden.

Andernfalls geht jede App über den offiziellen App Store, außer man hat einen Jailbreak durchgeführt.

Security ist mehr als "Anti-Viren"

iOS-Apps, die sich „Internet Security Apps“ nennen, seien keine echten Anti-Viren-Apps, schreibt der Sicherheitssoftwarehersteller Kaspersky in einem aktuellen Blogeintrag. Daher bekämen diese auch häufig schlechte Bewertungen der User, weil sie vor allem Anti-Viren-Funktionalität erwarten würden.

„Fake“ seien die Apps trotzdem keine, denn abseits vom Viren-Schutz gibt es weitere Sicherheitsmaßnahmen, die durchaus sinnvoll sein können wie etwa Antitracking-Module, VPN-Netzwerke, Kinderschutz, Passwortmanager, Werbeblocker, Anti-Diebstahl-Funktionalität oder andere Kombinationen.

Kaspersky selbst hat sich allerdings dazu entschieden, keine Anti-Viren-App für iOS ins Programm aufzunehmen. Die „Security Cloud for iOS“ funktioniere aber sehr wohl und beinhalte etwa ein eingebautes VPN sowie Passwort-Manager. Sicherheit alleine höre nämlich nicht bei „Anti-Viren“ auf, betonte Kaspersky.