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Apps
07/26/2019

WhatsApp bald auf mehreren Geräten gleichzeitig verwendbar

Facebook strukturiert den Messenger grundlegend um, um die Verschränkung seiner Plattformen zu ermöglichen.

Der Messenger WhatsApp soll sich künftig auf mehr als nur einem Gerät gleichzeitig verwenden lassen. Das berichtet der für Leaks bekannte Blog WABetaInfo, der Hinweise darauf entdeckt haben will. Bislang war das aufgrund der technischen Infrastruktur von WhatsApp nicht möglich. Der Messenger setzt auf einen sogenannten „Store and Forward“-Mechanismus. Nachrichten werden zunächst an den WhatsApp-Server geschickt und von dort an den Kontakt weitergeleitet.

Sobald die Nachricht beim Empfänger ankommt, wird der Nachrichteninhalt vom Server gelöscht. Das bedeutet, die Nachricht bleibt nur bei Sender und Empfänger gespeichert. Dieser Vorgang lässt sich auch über die Haken unter einer Nachricht beobachten: Ein Haken bedeutet, die Nachricht ist beim WhatsApp-Server angekommen. Zwei Haken zeigt, dass diese beim Empfänger gelandet ist und die blauen Haken gibt an, dass diese gelesen wurde.

Dieser Mechanismus erschwerte bislang auch den Betrieb auf mehreren Geräten, da der Nachrichtenverlauf nur schwer über mehrere Geräte synchronisiert werden kann. Bei WhatsApp-Web werden Inhalte von Smartphones lediglich auf den Desktop-Browser gespiegelt, die Kommunikation mit den WhatsApp-Server läuft weiterhin über das Smartphone. Auch heute müssen Backups noch manuell über Speicherkarten oder Googles Cloud-Speicher Drive übertragen werden. Doch Facebook plant die Zusammenlegung seiner Chat-Dienste, sodass künftig über Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram Direct nahtlos miteinander gechattet werden kann.

iPad- und Windows-App kommen

Es ist unklar, wie der neue Mechanismus funktionieren wird. WABetaInfo berichtet, dass die Nachrichten künftig auch an mehrere Geräte gleichzeitig verschickt werden sollen, sodass diese zumindest nicht auf den WhatsApp-Servern gespeichert bleiben müssen. Das bedeutet, am ursprünglichen Prinzip würde sich nur wenig ändern, auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibe erhalten. Das soll nicht nur die Verschränkung der Facebook-Plattformen ermöglichen, sondern auch die neue WhatsApp-App für iPads und Windows. Letztere soll eine sogenannte Universal-Windows-Platform-App (UWP) werden, die sich auch auf Windows-Smartphones und –Tablets verwenden ließe.

Einen Zeitplan für diese neue Funktion gibt es vorerst nicht, im Hintergrund werde aber intensiv daran gearbeitet. Laut WABetaInfo sei das wohl auch der Grund, wieso sich die Zahl der neuen Features in den vergangenen Monaten reduziert habe. Das Entwickler-Team sei zu stark mit der Arbeit an dieser Funktion beschäftigt.