Genetic engineering and digital technology concept.

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B2B
11/07/2019

1,7 Millionen Euro für Digitalisierungs-Bootcamps

Um die Digitalkompetenzen in heimischen Unternehmen zu fördern, nimmt der Staat Geld in die Hand.

Expertinnen und Experten, die sich mit Data Science und Data Security auskennen, sind hochgefragt, aber Mangelware. Sie werden von vielen heimischen Unternehmen händeringend gesucht und nur schwer gefunden: Unter anderem deshalb, weil es dazu noch relativ wenig Ausbildungsangebote gibt. Diese Lücke will nun ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW) mit sogenannten „Digital Pro Bootcamps“ schließen.

Das Programm schafft einerseits Aus- und Weiterbildungsplätze bei wissenschaftlichen Einrichtungen wie der FH Oberösterreich, der FH St. Pölten, der FH Joanneum sowie der Universität Innsbruck und zielt andererseits darauf ab, dass Menschen, die bereits in Unternehmen arbeiten, in hochspezialisierten IT-Bereichen ein Weiterbildungsangebot erhalten. Mit dem angeeigneten Wissen können die Mitarbeiter betriebliche Digitalisierungsprojekte direkt bei ihrem Arbeitgeber rasch umsetzen.

21 Projektpartner

„Wir nutzen das vorhandene Wissen in den Betrieben, bauen neue Kenntnisse auf und erhöhen damit die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Digitalisierungsministerin Elisabeth Udolf-Strobl bei der Präsentation der ausgewählten Projekte.

Eine Expertenjury im Digitalisierungsministerium hat nämlich die ersten vier Bootcamps mit insgesamt 21 Projektpartnern ausgewählt, die mit 1,7 Millionen Euro gefördert werden. Die Mitarbeiter werden neun Wochen lang im Bootcamp ausgebildet, das gesamte Projekt läuft maximal 18 Monate mit Vor- und Nachbereitungszeit. Das Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelt. „Die Hochschulen selbst entwickeln mit den Bootcamps ein neuartiges Lehrangebot und intensivieren die Kontakte zu Unternehmen. Beide Seiten profitieren von dieser Zusammenarbeit“, so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth.

Data Science und Data Security

In Tirol hat etwa am 1. November das „Digital Pro Bootcamp“ zum Thema Data Science mit der Uni Innsbruck und zwölf Unternehmen begonnen. Ziel ist es, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen lernen, die Unternehmensdaten zusammenzuführen, zu analysieren, zu visualisieren und diese so zu verwerten und zu nutzen. Ebenfalls am 1. November hat in Oberösterreich das Bootcamp zum Thema Data Security begonnen. Dort werden Menschen aus insgesamt acht Unternehmen ausgebildet. Die Teilnehmenden sollen mit geeigneten Werkzeugen und Methoden der Datenanalyse und IT-Sicherheit ausgestattet werden, um den Einsatz von sicheren Informationstechnologien und digitalen Systemen in ihrem Unternehmen zu gestalten.

Zwei weitere Bootcamps zu Data Science und Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz starten im kommenden Jahr in Niederösterreich und der Steiermark. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen dort ausgebildet werden in unterschiedlichen Anwendungsfeldern Problemstellungen zu identifizieren und Daten zu sammeln, sichten und verarbeiten, um Lösungen und neues Wissen zu generieren.

Udolf-Strobl: "Digital Pro Bootcamps" steigern Qualifikation der Mitarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die Digital Pro Bootcamps im Überblick:

  • Data Science Tirol: Digital Pro Bootcamp Data Science Tirol
    Konsortialführung: Universität Innsbruck – Institut für Mathematik (Tirol)
    1 wissenschaftlicher Partner und 12 Unternehmen
  • Data&Security: Digital Pro Bootcamp „Data Science&Security”
    Konsortialführung: FH OÖ Forschungs- und Entwicklungs GmbH (Oberösterreich)
    2 wissenschaftliche Partner und 8 Unternehmen
  • DS-Bootcamp: Data Science Bootcamp
    Konsortialführung: Fachhochschule St. Pölten (Niederösterreich)
    1 wissenschaftlicher Partner und 8 Unternehmen
  • BSAIO: Boosting Sustainability with Artificial Intelligence and Optimization
    Konsortialführung: BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH (Steiermark und Niederösterreich)

    3 wissenschaftliche Partner und 6 Unternehmen