B2B
01.06.2018

4 Milliarden Dollar: Block.One stellt neuen ICO-Rekord auf

Das umstrittene Start-up nimmt mit seinem ICO mehr Geld ein als jedes andere Unternehmen, das dieses Jahr an die Börse ging.

Das Start-up Block.One hat die Rekordsumme von vier Milliarden US-Dollar bei einem ICO (Initial Coin Offering) eingenommen. Das Unternehmen bot Token seiner neuen Kryptowährung Eos im Austausch gegen Ether an. Nach einer fast einjährigen ICO-Phase kamen hier weit mehr als sieben Millionen Ether zusammen. Das Unternehmen will das eingenommene Kapital nun nutzen, um eine auf der Blockchain basierende Plattform namens Eos aufbauen. 

Diese soll in direkter Konkurrenz zu Ethereum treten und deutlich schnellere Transaktionen sowie sogenannte dApps (dezentralisierte Apps) bieten. Diese erlauben es Apps, die Vorzüge der Blockchain zu nutzen, um Daten dezentral zu speichern. Rund ein Viertel der eingenommenen Summe soll an Start-ups ausgeschüttet werden, die dApps für die Plattform entwickeln.

Spott aus den USA

Block.One kam im Vorfeld immer wieder in die Kritik. Insbesondere der Hype um ein „Unternehmen ohne Produkt“ wurde immer wieder bemängelt. Zuletzt schaffte man es sogar als Negativbeispiel in die US-Sendung „Last Week Tonight“ von Comedian John Oliver. Das Wall Street Journal nannte das auf den Cayman-Inseln gemeldete Unternehmen ein „Software-Start-up, das nicht vorhabe, Software zu verkaufen“.

Mit der nun eingenommenen Summe übertrifft man sogar die größten Börsengänge des Jahres. AXA Equitable Holdings konnte beispielsweise lediglich 2,8 Milliarden US-Dollar einnehmen. Und auch der populäre Messenger Telegram, der dieses Jahr einen ICO unter privaten Investoren abhielt, konnte lediglich 1,7 Milliarden US-Dollar auf diesem Weg einnehmen. Ein öffentlicher ICO wurde kurzzeitig abgesagt.