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B2B
05/18/2019

Amazon baut eigene Lagerhäuser für gefährliche Güter

Nachdem Arbeiter eines Lagers durch austretendes Bärenabwehrmittel im Spital landeten, kündigt der Online-Händler Änderungen an.

Im vergangenen Dezember kam es in einem Amazon-Lagerhaus in New Jersey, USA, zu einem Vorfall, der für zwei Dutzend Arbeiter im Spital endete. Eine Dose mit Bärenabwehrmittel fiel aus einer fehlerhaften Verpackung, schlug auf dem Boden auf und versprühte den Reizstoff Capsaicin im Lager. Der Online-Händler kündigte nun an, neue Lagerhäuser zu errichten, die auf die Aufbewahrung gefährlicher Güter spezialisiert sind.

Lager-Prototyp existiert bereits

Wie Wired berichtet, wurde die Errichtung solcher Lager bereits vor dem Vorfall mit dem Bärenabwehrmittel geplant. In Virginia ist bereits ein erster Prototyp eines solchen Lagers entstanden. Gefährliche Güter werden darin nicht durch Roboter transportiert, sondern durch Menschen. Die Lager werden in Bereiche für unterschiedliche Gefahrengüter getrennt - etwa brennbare Güter, Aerosole und Oxidationsmittel - und mit speziellen Feuerlöschsystemen ausgestattet.

Überfällige Entscheidung

"Wir haben erkannt, dass es einen Bedarf an speziell gestalteten Gebäuden gab, um manche Arten von Produkten sicher zu lagern", sagt Carletta Ooton, die Sicherheitsverantwortliche bei Amazon. Die neuen Lager für Gefahrengüter seien dafür ausgelegt, "die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen." Die Entscheidung wird von Kritikern als überfällig bezeichnet. Amazon hat in der Vergangenheit bereits Warnungen wegen der nicht fachgerechten Verpackung von Gefahrengütern erhalten. Der Vorwurf, dass Amazon Effizienz über das Wohl seiner Angestellten stellt, existiert schon länger.