B2B
15.12.2017

Amazon zahlt 100 Millionen Euro an italienischen Fiskus

Der weltgrößte Online-Einzelhändler hat einen Steuerstreit in Italien beigelegt. Italien hatte bereits auch Apple zur Kasse gebeten.

Mit einer Zahlung von 100 Millionen Euro soll eine Untersuchung der Mailänder Staatsanwaltschaft über mutmaßlichem Steuerbetrug abgeschlossen werden, teilten die italienischen Steuerbehörden am Freitag mit.

Im Zeitraum 2009 - 2014 habe der US-Konzern ein System aufgebaut, um seine Steuern in Luxemburg zu zahlen, wo die Steuerbelastung wesentlich geringer als in Italien sei, behaupten die Ermittler. In diesen Jahren hat Amazon 2,5 Milliarden Euro Umsatz in Italien generiert.

Strengere Kontrollen

Der italienische Fiskus bestätigte sein Engagement zur Kontrolle der Aktivitäten von multinationalen E-Commerce-Konzernen in Italien. Der Konzern erklärte, er habe eine italienische Niederlassung gegründet, um die Kunden besser zu bedienen. Amazon habe in Italien seit 2010 800 Millionen Euro investiert und beschäftige dort 2000 Mitarbeiter.

Ende Dezember 2014 hatte der US-Computerkonzern Apple eine Zahlung von 318 Millionen Euro akzeptiert, um einem Verfahren wegen Steuerbetrugs in Italien zu entgehen. Die italienischen Steuerbehörden hatten Apple vorgeworfen, zwischen 2008 und 2013 keine Steuern auf seine Gewinne gezahlt zu haben.