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Aktionärsversammlung
02/24/2012

Apple-Chef Cook: "Vermisse Steve Jobs"

Am Freitag wäre der im Oktober verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs 57 Jahre alt geworden. „Es vergeht kein Tag, an dem ich ihn nicht vermisse“, meinte der ansonsten eher als emotionslos geltende neue CEO Tim Cook im Rahmen der ersten Aktionärsversammlung nach Jobs' Tod.

Im Aktionärstreffen am Donnerstag war einmal mehr Apples angehäufter Geldberg von fast 100 Milliarden Dollar ein Thema. Apple hat seit der Rückkehr von Firmengründer Steve Jobs in den 90er-Jahren keine Dividende mehr gezahlt. Cook vertröstete sie auch diesmal mit der üblichen Formulierung, man sei in „intensiven Überlegungen“ wie das viele Geld am besten eingesetzt werden könne. Gleichzeitig räumte er ein, dass der Konzern definitiv über mehr Geldreserven verfüge als für den operativen Betrieb nötig.

App-Suchmaschine gekauft

Bisher nutzte Apple die Reserven für zum Teil milliardenschwere Langzeit-Deals mit Zulieferern oder relativ kleine Zukäufe. Eine weitere Übernahme wurde etwa nach der Aktionärsversammlung bekannt: Apple bestätigte den Kauf der Firma Chomp, die eine App-Suchmaschine betreibt. Apple hat inzwischen rund 550 000 Apps in seiner iTunes-Plattform. Entsprechend groß ist die Herausforderung für die Nutzer, sich in dieser Masse zurechtzufinden.

Stärker mit Facebook zusammenarbeiten

Auf die Frage von Anteilseignern über das Verhältnis zum weltgrößten Online-Netzwerk Facebook ließ Cook durchklingen, dass man in Zukunft intensiv kooperieren könnte. Facebook sei ein „Freund“. Man arbeite bereits jetzt zusammen, Apple-Nutzer seien zudem sehr aktiv auf Facebook. „Ich habe immer gedacht, dass unsere beiden Unternehmen mehr zusammen machen können“, wurde Cook von US-Medien zitiert.

Kritik an Arbeitsbedingungen kein Thema

Die jüngst wieder aufgeflammte Kritik an Arbeitsbedingung bei chinesischen Apple-Partnern wie dem Auftragsfertiger Foxconn war bei der Versammlung im kalifornischen Cupertino hingegen kein Thema. Nur einige wenige Demonstranten auf der Straße prangerten eine „Ausbeutung“ der Arbeiter an. Cook verkündete zugleich, dass Apple im vergangenen Jahr Technik im Wert von 750 Millionen Dollar an Bildungseinrichtungen gespendet hat.

Ansonsten gab sich der Apple-CEO eher zugeknöpft. Der Frage eines Aktionärs, ob der angesichts der hartnäckigen Spekulationen über einen kommenden Apple-Fernseher sein kürzlich gekauftes TV-Gerät wieder zurückgeben solle, wich Cook aus. Lediglich als das Thema auf Steve Jobs schwenkte, gab der jetzige Apple-CEO unumwunden zu, dass er den verstorbenen Apple-Gründer jeden Tag vermisse.

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