B2B
16.05.2012

Bis zu 18 Milliarden Dollar für Facebook-Aktien

Gefällt mir. Den mittlerweile kultigen Like-Button dürfte auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg derzeit jedes Mal drücken, wenn er Meldungen über den Börsegang seiner Internet-Plattform auf eben dieser liest. Denn der Hype über den Schritt sprengt alle Erwartungen, die Nachfrage nach Facebook-Aktien ist grenzenlos.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, werden nun noch mehr Aktien als geplant ausgegeben. Das könnte bis zu 18,4 Milliarden Dollar (14,4 Mrd. Euro) einbringen.  Dem Börsegang am Freitag dürfte Zuckerberg nicht beiwohnen.  Während andere Firmen-Chefs traditionell die Eröffnungsglocke an der New Yorker Börse läuten, will er Berichten zufolge lieber mit seinen Mitarbeitern im kalifornischen Hauptquartier feiern.  
Der Größte Der Börsegang wird nicht nur der bisher größte eines Internet-Konzerns (Spitzenreiter ist bis dato Google mit 1,7 Mrd. Dollar im Jahr 2004), sondern überhaupt der weltweit Sechstgrößte. Zu erklären ist dies vor allem mit der hohen Zahl an Nutzern (weltweit 900 Millionen), die  auch Facebook-Aktionäre werden wollen.

Riskantes Investment
Viele Privatanleger außerhalb der USA werden aber wegen der immensen Nachfrage zunächst leer ausgehen. Bernhard Ruttenstorfer,  Manager des ESPA Stock Techno der Erste Sparinvest, rät ohnehin dazu, die Entwicklung der ersten Tage abzuwarten. Es sei durchaus möglich, dass die Preisspanne zu hoch angesetzt worden sei. Dies hat sich auch beim US-Schnäppchenportal Groupon gezeigt. Beim Börsegang im November des Vorjahres wurde eine Aktie um 20 Dollar ausgegeben, jetzt notiert sie bei rund 12 Dollar.

Ruttenstorfer ortet bei Facebook Probleme bei den Werbeeinnahmen. „Da läuft es nicht so rund.“ So will etwa General Motors keine Werbung mehr schalten. Die Begründung: Die Anzeigen würden die Kunden kaum erreichen. Zum ersten Mal seit zwei Jahren schrumpfte der Umsatz  im Auftaktquartal 2012 zum Vorquartal um sechs Prozent. Und das, obwohl Facebook die Zahl seiner Nutzer im gleichen Zeitraum kräftig gesteigert hat. Der Konzern begründete den Rückgang mit „saisonalen Trends“. Auch der Gewinn ging um zehn Prozent zurück. „Das war sehr überraschend“, sagt Ruttenstorfer.
Innovationen Er sieht auch ein natürliches Ende bei der Kundenzahl gegeben. „900 Millionen sind schon sehr viel und die Stimmung kann auch zugunsten anderer Anbieter wie Google+ kippen.“

Frisches Kapital für neue Produkte
Daher muss sich Facebook für die Zukunft rüsten. Rund die Hälfte der  frischen Milliarden fließt in den Konzern. Zuckerberg hat bereits 25 andere Firmen um insgesamt mehr als 1,2 Mrd. Dollar aufgekauft –  in erster Linie, um an deren Technologien und talentierte Programmierer heranzukommen. Weitere Übernahmen werden mit Sicherheit folgen. Ein Blick in die IT-Geschichte zeigt zudem, dass die ganz großen Innovationen erst kommen könnten.

Apple entwickelte nach seinem Börsengang 1980 etwa den Mac-Computer, den zu seiner Zeit erfolgreichsten Heim-Computer. Google hat nach seinem Börsendebüt YouTube gekauft und die Entwicklung des Handy-Betriebssystems Android begonnen. In eine ähnliche Richtung könnte auch Facebook gehen: Seit Jahren gibt es Gerüchte zu einem Smartphone mit Facebook-Software. Außerdem wird das Online-Netzwerk seine Server-Infrastruktur ausbauen, um die gewaltigen Datenmengen, die es täglich verarbeitet, besser bewältigen zu können.

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