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Future Bitcoin steigt nach Debüt an Chicagoer Optionsbörse CBOE.

 
  - Foto: AP/Kiichiro Sato
Erstmals werden Terminkontrakte für die Kryptowährung gehandelt. Das Börsendebüt sorgte auch für einen stark steigenden Kurs über Nacht.

Die Internetwährung Bitcoin hat ihr Debüt an einer wichtigen Börse hingelegt: Die Chicagoer Optionsbörse CBOE (Chicago Board Options Exchange) bot am Sonntag erste Terminkontrakte (Futures) für die Kryptowährung an. Der Kurs lag zu Beginn bei 15.000 Dollar (12.774,66 Euro), stieg dann kurzzeitig auf 16.600 Dollar (14.137,29 Euro) und lag nach 20 Minuten bei 15.940 Dollar (13.575,20 Euro).

Zuschauer überlasten Website

Terminkontrakte sind ein Finanzprodukt, mit dem Investoren auf steigende und fallende Kurse der Währung setzen können. In den ersten Minuten nach Handelsbeginn wurden rund 150 Transaktionen abgeschlossen, wie Futures-Manager Bob Fitzsimmons der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Es ist ruhig", sagte er. Über Nacht stieg der Kurs weiter auf 18.010 US-Dollar (07:30 Uhr) an.

 

Doch während das Interesse der Händler mäßig ausfiel, gab es zahlreiche neugierige Beobachter, die die Server der Börse an ihre Grenzen brachte. Bereits zum Start brach die Website aufgrund der zahlreichen Zugriffe zusammen. Laut CBOE sei lediglich die Website langsamer als üblich, das Handeln sei weiter verzögerungslos möglich. 

Kursrallye

Der Bitcoin war 2009 auch als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen. Befürworter argumentieren, dass Bitcoins vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit attraktiver werden könnten.

 

 

Der Kurs des Bitcoin hatte zuletzt stark zugelegt. Der Anstieg wird vor allem durch die Ankündigung der renommierten Chicagoer Terminbörse CME befeuert, ab dem 18. Dezember Terminkontrakte für Bitcoins anzubieten.

Passend für volatiles Bitcoin

Die Aufnahme des Handels wurde mit Spannung erwartet, da die zuletzt stark gestiegene Digitalwährung einen großen Schritt in die traditionelle Finanzwelt macht. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis für einen künftigen Zeitpunkt gehandelt. Käufer und Verkäufer können sich so gegen Preisschwankungen absichern.

Risiken entstehen dann, wenn eine der beiden Parteien das Geschäft nicht erfüllen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Versprechen nicht eingelöst werden kann, ist umso größer, je stärker der Preis des Produkts schwankt. Platzt ein Termingeschäft, ist ein gefährlicher Dominoeffekt möglich.

Angst vor unruhigen Märkten

Es sind aber auch Spekulationen auf Kursentwicklungen möglich - auch auf einen Wertverfall. Aus diesem Grund hatten in den vergangenen Tagen die Kursschwankungen beim Bitcoin noch einmal zugenommen. Seit Mittwoch vergangener Woche sprangen die Notierungen für den Bitcoin zwischen 11 600 Dollar und 16 600 Dollar hin und her. Noch stärker waren die Ausschläge bei der Handelsplattform Coinbase, wo der Bitcoin am Donnerstag kurzzeitig fast 20 000 Dollar gekostet hatte.

Viele Beobachter fürchten, dass es mit dem Start von Bitcoin-Finanzprodukten an etablierten US-Börsen zu weiteren Marktverwerfungen kommen könnte. Zu Jahresbeginn stand der Wert des Bitcoin noch bei 1000 Dollar. Seither befindet er sich auf einer rasanten Rekordjagd. Notenbanker und Experten warnen zunehmend vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung.

(futurezone, apa, dpa) Erstellt am 11.12.2017, 07:18

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