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Norwegen
08/10/2015

Browser-Hersteller Opera könnte verkauft werden

Opera wächst, doch weniger stark als es sich Analysten erhoffen. Nun denkt der Vorstand des Unternehmens offen über einen Verkauf nach und lässt erste Angebote prüfen.

Der norwegische Browser-Hersteller Opera Software denkt offen über einen Verkauf nach. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach habe der Vorstand den Verkaufswunsch geäußert, nachdem im letzten Quartal erneut die Gewinnziele verfehlt wurden. Das Interesse klingt bereits sehr konkret, die Ankündigung käme nun „als Antwort auf strategisches Interesse am Unternehmen durch einige Gruppen.“ Die Angebote werden nun von den Banken Morgan Stanley International und ABG Sundal Collier geprüft, eine Entscheidung könnte noch dieses Jahr fallen.

Fast eine Milliarde Euro

Dafür müsste der Käufer aber tief in die Tasche greifen: Das an der Osloer Börse gehandelte Unternehmen ist derzeit rund 8,9 Milliarden norwegische Kronen wert. Das entspricht 981 Millionen Euro. Das aktuelle Geschäftsjahr verlief aber nicht ganz nach den Vorstellungen des Software-Entwicklers. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 45 Prozent auf 146 Millionen US-Dollar, Analysten rechneten mit 51 Prozent. Auch der EBITDA verpasste mit 29 Millionen Dollar knapp das erwartete Ziel von 30,6 Millionen Dollar. Opera musste bereits zum zweiten Mal binnen sechs Monaten seine Prognosen reduzieren.

Opera kündigte zugleich auch die Übernahme von Bemobi, einem lateinamerikanischen Abo-Dienst für Mobile-Apps und -Spiele, an. Der Deal ist 139,5 Millionen US-Dollar schwer, wobei 29,5 Millionen Dollar in Bar ausbezahlt werden. Der Rest der Kaufsumme ist vom finanziellen Erfolg abhängig.