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Verloren
05/11/2012

Clouddienst MP3tunes ist pleite

Der Dienst, der ähnlich wie Google Music Musikdateien zwischen mehreren Geräten synchronisiert, ist nach einem mehrjährigen Rechtsstreit mit EMI zahlungsunfähig. MP3tunes hatte zwar in erster Instanz gewonnen, doch EMI zog das Verfahren durch massive Investitionen in die Länge.

Der Clouddienst MP3tunes, der ähnlich wie Google Music, iTunes Match oder Amazon Cloud Drive, Musikdateien mit einem Cloudspeicher synchronisiert, ist zahlungsunfähig. Das schreibt Besitzer Michael Robertson, der bereits die Tauschbörse MP3.com begründete, in einem Blogeintrag. Der Dienst wurde seit seinem Start vor sieben Jahren vom Musiklabel EMI auf die Zahlung von Lizenzgebühren verklagt. Das Gericht sprach MP3tunes aber bereits in erster Instanz von allen Vorwürfen frei. Dennoch war zuvor ein mehrjähiger und kostspieliger Rechtsstreit zwischen EMI und MP3tunes notwendig, der dem Unternehmen nun das Genick brach.

Zu früh
Insgesamt habe EMI knapp 10 Millionen US-Dollar in die gerichtliche Auseinandersetzung investiert, mehrere Anwaltskanzleien wurden auf das Unternehmen gehetzt. Offenbar erhielt sogar ein ehemaliger Mitarbeiter von MP3tunes 25.000 US-Dollar für eine eidesstattliche Aussage. Hier konnte MP3tunes auf die Dauer nicht mithalten und so muss man nun, trotz gewonnenen Rechtsstreit, die Tore schließen. "Es ist immer enttäuschend, wenn eine Firma kein Erfolg wird", schreibt Michael Robertson auf seinem Blog. "Als ich mit MP3tunes begonnen habe, dominierte noch iTunes DRM. Nun gibt es das nicht mehr und Clouddienste, auf denen Benutzer ihre Musik ablegen können, sind vollkommen legal. Doch MP3tunes wird nicht davon profitieren können."

Kooperationen verloren
Das Scheitern von MP3tunes sei aber nicht rein auf die Prozesskosten zurückzuführen. EMI setzte auch zahlreiche Partner von MP3tunes unter Druck, sodass schlussendlich lediglich ein Shop eine direkte Integration für MP3tunes anbot. Laut Robertson sei ein Überleben ohne derartige Partnerschaften undenkbar. Zur Zukunft des Clouddienstes und der dazugehörigen Produkte sideload.com sowie DAR.fm machte er jedoch keinerlei Angaben.

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