B2B
24.03.2014

Computerhändler DiTech meldet Sanierung an

Zehn Filialen sollen geschlossen werden, Gespräche mit Investoren laufen noch. Gutscheine werden weiter nicht entgegengenommen.

Am Montag ging das DiTech-Management den seit einer Woche erwarteten Schritt: Der Wiener Computerhändler meldete am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 255 Mitarbeiter und hat österreichweit 22 Filialen.

Die Passiva des Unternehmens belaufen sich auf 30 Millionen Euro, davon entfallen 14 Millionen auf Bankverbindlichkeiten, neun Millionen auf Schulden bei den Lieferanten. Betroffen sind 1250 Gläubiger. „Ihnen wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren“, erklärt Roman Tahbaz vom Kreditschutzverband KSV 1870. Dem stehen laut dem KSV 1870 Aktiva in der Höhe von 16 Millionen Euro gegenüber, die aufgrund von Belastungen und Pfandrechten aber nicht zur Gänze frei verfügbar sind.

„Bekanntlich kann die Finanzierung des angestrebten Sanierungsplans nur mit Hilfe einer Investorengruppe durchgeführt werden“, macht der KSV klar. Laut DiTech-Sprecher Mario Gündl wird auf Hochtouren mit einer österreichischen Investorengruppe verhandelt. Namen nennt er keine, eine Entscheidung soll nächste Woche fallen. Die Entscheidung, dass zehn Standorte geschlossen werden, ist dagegen schon gefallen.

Betroffen sind voraussichtlich die Niederlassungen in der Wiener Lugner City, Amstetten, Horn, Linz, Salzburg, Kufstein, Dornbirn, Kapfenberg, Lienz und Villach. Wie viele Mitarbeiter ihren Job verlieren, ist noch offen. Zuletzt war von 60 bis 80 Stellen die Rede.

Rasantes Wachstum

Izdebski setzte in den vergangenen fünf Jahren auf eine rasante Expansion. Auch um eine gewisse Marktgröße und damit attraktivere Einkaufspreise zu erreichen, argumentierte er. Binnen fünf Jahren wurden ein knappes Dutzend zusätzlicher Standorte eröffnet, mit der Buchhandelskette Thalia wurde ein Shop-in-Shop-Konzept gestartet. Zwischen 2008 und 2012 verdoppelte sich der Umsatz auf 120 Millionen Euro. Auf der Verdienstseite sah es aber nicht so rosig aus. Die Expansion kostete viel Geld, das im Liquiditätspolster fehlte. Gleichzeitig sanken die Margen des Händlers, der ursprünglich mit Computern und Laptops gut verdiente. Diese Geräte werden aber nicht mehr so oft gekauft, stattdessen greifen Konsumenten zu Smartphones und Tablets, an denen Händler weniger gut verdienen.

Im Oktober des Vorjahres wurden die ersten Kreditversicherer nervös und kündigten den Versicherungsschutz. Izdebski konnte im Herbst noch einmal eine Finanzierung von den Banken aufstellen. Die Kreditschützer gaben einen positiven Ausblick. Keine guten Aussichten haben all jene, die noch DiTech- Gutscheine haben. Diese werden derzeit nicht eingelöst. Aus juristischen Gründen, weil es sich dabei um eine Gläubigerübervorteilung handeln würde. simone hoepke