Japan Display ist aus den Display-Sparten von Sony, Hitachi und Toshiba entstanden, bewahrt aber über seine Kunden Stillschweigen
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Milliarden-Deal

Display-Riese Japan Display darf an Tokioter Börse

Der weltgrößte Bildschirmlieferant für Smartphones und Tablets hat grünes Licht für einen Börsengang in Tokio im Volumen von rund 2,8 Milliarden Euro. Japan Display erhielt am Freitag die Genehmigung der Börsenaufsicht für die für März geplante Erstemission (IPO). Der Lieferant von Apple, Amazon, Google und Samsung hat sich einen guten Zeitpunkt für das Listing ausgesucht: Die Tokioter Börse hat dank der aggressiven Konjunkturpolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe binnen 15 Monaten mehr als 60 Prozent zugelegt. Der Börsengang dürfte der größte in Japan seit September 2012 sein. Damals nahm Japan Airlines umgerechnet mehr als sechs Milliarden Euro ein.

Wachstum soll finanziert werden

Japan Display entstand vor einem Jahr durch den Zusammenschluss der angeschlagenen Display Sparten von Sony, Hitachi und Toshiba. 70 Prozent des Unternehmens gehören einem staatlich unterstützten Fonds. Dieser wird im Zuge des Börsengangs seine Investitionssumme von gut 1,4 Milliarden Euro kassieren. Darüber hinaus soll die Emission die weitere Expansion finanzieren, weil die Nachfrage aus Märkten wie China stetig zunimmt. Seit dem Einstieg des halbstaatlichen Fonds gelang dem Konkurrenten von Sharp und LG Display dank des Booms mobiler Geräte eine spektakuläre Wende: Im Geschäftsjahr bis Ende März wird der Nettogewinn voraussichtlich auf 260 Millionen Euro steigen - neunmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Branchenkreisen zufolge liefert Japan Display unter anderem die Bildschirme für das Nexus 7 von Google, den Kindle Fire HDX von Amazon und das iPhone von Apple. Das Unternehmen selbst bewahrt über seine Kunden Stillschweigen.

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