Ein Sternchen ist in der Online-Welt schnell vergeben.

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B2B
02/28/2019

Erpresser drohen mit schlechten Online-Bewertungen

In E-Mails wird Lösegeld gefordert, andernfalls drohen schlechte Rezensionen bei Google, Booking.com, Facebook und Co.

Online-Bewertungen sind für Unternehmen und private Online-Händler von immer größerer Bedeutung für den Geschäftserfolg. Eine neue Form der Internetkriminalität versucht genau dies auszunutzen. Wie das Wiener Cybersecurity-Unternehmen Ikarus in seinem Blog beschreibt, gibt es aktuell Versuche, Lösegeld mit der Androhung schlechter Rezensionen zu erpressen. In E-Mails wird die Überweisung der "eher moderaten Summe" von 0,1 Bitcoin (etwa 300 Euro) verlangt. Andernfalls würden auf Plattformen wie Google, Booking.com, Facebook, Instagram oder Xing schlechte Bewertungen hinterlassen.

Eine Zahlung kommt selten allein

Den Empfängern solcher Erpresser-Mails mag dies als vergleichsweise günstige Investition erscheinen, doch von der Zahlung rät Ikarus deutlich ab. "Ein zahlendes Opfer kann jederzeit wieder zur Kassa gebeten und einer Form von digitalisierter Schultzgelderpressung unterworfen werden", meint Joe Pichlmayr, CEO von Ikarus. "Mit Pech wollen dann auch verschiedene Gruppen Schutzgeld haben."

Schwierige Bekämpfung

Sich gegen die neue Form der digitalen Erpressung zu wehren, sei zugegeben schwierig, wendet das Cybersecurity-Unternehmen ein. Pichlmayr: "Solange mit relativ geringem Aufwand 'negative' Kritiken vergeben werden können, bleibt es wohl eine Frage der Glaubwürdigkeit der Gegendarstellungen, bis Google oder andere Dienste entsprechende Services entwickelt, um rasch auf solche 'Erpresser-Kritiken' zu reagieren."

Integrität wahren

Falls man auf die beschriebene Weise bedroht wird, sollte man laut Ikarus zunächst die Betreiber jener Online-Dienste, die Bewertungen des eigenen Geschäfts zeigen, darüber informieren. Außerdem sollte man das Erpresserschreiben speichern, der Polizei übermitteln und den Absender anzeigen. Besonders wichtig sei es auch, die eigene Integrität zu wahren, warnt Pichlmayr: "Missbrauchen Sie den Text nicht, um unzufriedene Kundenrezensionen zu 'relativieren'!"