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Vortrag FH Hagenberg: "Wir zocken mit unseren Schülern".

Foto: Screenshot
Der Einstieg in die Spielebranche ist in Österreich einfacher als man denkt. Der Verein Subotron widmet sich in seiner Vortragsreihe Pro Games den heimischen Ausbildungsstätten. Diese Woche ist die FH Hagenberg an der Reihe, deren Ausbildung auch abseits der Videospielindustrie Möglichkeiten bieten soll.

Die Entscheidung für einen Ausbildungszweig in der Spielebranche in Österreich dürfte aufgrund der Vielfalt manch einem schwer fallen. Einen Einstieg in die Branche mit der Option auf andere Bereiche bietet aber bereits seit 1996 der Campus Hagenberg der Fachhochschule Oberösterreich mit dem Studiengang "Medientechnik und -design" an. Anstatt wie bei einigen andere Fakultäten gleich den Sprung in das kalte Wasser zu wagen und mit der Spielentwicklung zu beginnen, vermittelt man im Bachelorstudium zunächst die wesentlichen technischen und gestalterischen Aspekte der digitalen Medien.

"Manch einer ist doch die Eierlegende Wollmilchsau"
"Der Studiengang ist bewusst sehr breit angelegt um den Studierenden zu erlauben, vieles zu lernen und auszuprobieren und damit ihre eigenen Talente und Kenntnisse im Medienbereich zu entwickeln", meint Jeremiah Diephuis von der FH Hagenberg gegenüber der futurezone. Durch diese Erfahrungen sollen die Absolventen die Kommunikation zwischen den beiden Welten von Design und Entwicklung noch vor dem Einstieg in die Wirtschaft kennenlernen. "Studierende entwickeln sich zwar meistens entweder in eine gestaltende oder technische Richtung, können aber aufgrund der breiten Ausbildung die Sprache der anderen Richtung auch verstehen. Und etwas seltener aber doch entpuppt sich jemand als die Eierlegende Wollmilchsau - also jemand, der in mehreren Bereichen einen außerordentlichen Talent zeigt."

Zu Beginn sind auch drei Studienprojekte vorgesehen, die in Kleingruppen entwickelt werden. Dabei entstehen, oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen, recht umfangreiche Arbeiten, die gelegentlich bereits den Weg für die Zukunft weisen. Mit Hilfe der Wahlmodule, die im vierten und fünften Semester angeboten werden (z.B. Animation, Audio Processing, Shader Programming), kann man sich weiter vertiefen. Im sechsten Semester bleibt dann vor der Bachelorprüfung Zeit für ein drei bis sechsmonatiges Praktikum. Damit soll der Grundstein für einen Einstieg in die Medienindustrie gelegt sein. Für die weitere Vertiefung stehen zwei Master-Studiengänge zur Auswahl.

Innovative Interfaces
Das Masterstudium Interactive Media eignet sich laut Diephuis "für Entwickler, die sich noch mehr mit den technischen Herausforderungen im Interaktionsbereich beschäftigen wollen". Dazu zählen nicht neben Spielen auch neue Interfaces und Online-Media. Dabei wird sehr stark mit Forschungseinrichtungen (MIT Media Lab, Human Interface Technology Lab in Neuseeland) und Firmen (BMW, Sony DADC, Real-time Technologies) zusammengearbeitet, aber auch Studien- und Diplomprojekte werden häufig mit solchen Partnern abgewickelt. Dabei entstand im letzten Jahr auch das Rennspiel Roadeo von Bernhard Handler, bei dem ein Spieler die Straße und ein zweiter Spieler das darauf fahrende Auto steuern muss.

Vertiefung auf 3D
Das Masterstudium Digital Arts soll eine Vertiefung in 3D Design, Animation und Visual Effects bieten. Diephuis zufolge ist der Ablauf "wie bei vielen anderen Ausbildungsstätten in diesem Bereich": im ersten Semester entwickelt jeder ein eigenes Konzept für ein Spiel, eine Animation oder anderes Projekt, die dann gemeinsam präsentiert und ausgewählt werden. Die besten Projekte werden dann im nächsten Semester in kleinen Teams fertig produziert.

Bekannte Absolventen
Dass sich der Aufwand durchaus bezahlt machen kann, zeigen einige Absolventen, die heute in der Videospielindustrie tätig sind, darunter auch bekannte Firmen wie Greentube, Sproing, Ovos, und Mi-pu-mi. "Manche haben es auch über die Grenzen hinaus geschafft und Jobs bei Firaxis Games, EA Vancouver und Gameloft Iberica bekommen. Aber auch die Zahl der AbsolventInnen, die eigene Firmen wie Runtastic, Pro3 Games und Platogo gründen, wächst kontinuierlich", zeigt sich Diephuis erfreut.

Enthusiasmus für Spiele
Aber auch außerhalb von der Studienprojekte und Lehrveranstaltungen herrscht Diephuis zufolge in Hagenberg eine sehr positive Stimmung für Spiele: "LAN-Parties und "Gamers Nights", bei denen Studierende und Professoren gemeinsam in den Labors zocken, abendliche Vorträge über aktuelle Spielethemen sowie das im Dezember erstmals gehaltene Hagenberg Game Jam sind wichtige Aktivitäten, die nicht nur weiteren Input liefern, sondern die Begeisterung für Spiele immer wieder aufs Neue aktivieren können"

Mehr zur FH Hagenberg erzählt Jeremiah Diephuis am Donnerstag Abend im Museumsquartier im quartier21 in Raum D ab 19 Uhr im Rahmen der Subotron Pro Games Vortragsreihe.

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(Michael Leitner) Erstellt am 12.04.2012, 06:00

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