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B2B
10/01/2013

Frequenzauktions-Gebote bei rund 2 Milliarden Euro

Die drei großen Mobilfunker bieten laut Berechnungen bereits das Vierfache des Ausgabepreises für frei gewordene Frequenzen. Die Bieterphase läuft aber noch.

Bei der Auktion neuer Mobilfunkfrequenzen in Österreich liegen die Gesamtgebote der Teilnehmer zu Beginn der vierten Woche nach Reuters-Berechnungen bereits bei rund 2 Mrd. Euro. Damit überträfen die Offerte inzwischen den Startpreis, den der für den Verkauf zuständige Regulierer RTR auf 526 Mio. Euro festgelegt hatte, um das Dreifache.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einer mit dem Prozess vertrauten Person erfahren hat, waren die Gebote in den drei bis vier Auktionsrunden pro Tag um zwei bis fünf Prozent gestiegen. Legt man den Startpreis zu Grunde, ergibt sich bei einer konservativen Berechnung daraus ein Volumen von mittlerweile zwei Milliarden Euro. "Es geht in diese Richtung", sagte ein Insider. Die Bieterphase laufe aber noch.

Tatsächlicher Preis unter Höchstgebot

Das tatsächliche Ergebnis wird unter den Höchstgeboten zum Ende der Auktion liegen: Denn zunächst müssen die Teilnehmer in Paketen für mehrere von ihnen gewünschte Frequenzblöcke bieten. Danach geben sie in einer verdeckten Bietphase Offerte für jene Frequenzen ab, die sie tatsächlich wollen. Erst danach entscheidet sich der Preis, der auf jenes Niveau sinkt, bei dem die Anbieter gerade noch als Gewinner für die gewünschten Frequenzen hervorgehen.

Die RTR wollte sich dazu nicht äußern. "Wir geben keinerlei Einschätzungen ab", sagte eine Sprecherin. Die Behörde hatte zuvor lediglich erklärt, im Zuge der ersten Phase werde der Preis in jeder Runde um "ein paar Prozent" steigen.

Drei Bieter sind vier Einladungen gefolgt

Die Regulierer hatten die österreichischen Mobilfunkanbieter Telekom Austria, T-Mobile und Hutchison eingeladen, an dem Prozess teilzunehmen. Zu Beginn der Auktion hatte die RTR Frequenzen für einen vierten Teilnehmer reserviert. Von diesem Angebot hatte jedoch kein neuer Anbieter Gebrauch gemacht, wie zwei mit der Situation vertraute Personen sagten. Die Firmen selbst dürfen ihre Teilnahme an der Auktion nicht bestätigen. Die RTR hatte gedroht, sie sonst aus dem Prozess auszuschließen.

Bei der Auktion werden u.a. Frequenzen für die vierte Mobilfunkgeneration LTE versteigert, mit der Kunden künftig schneller im Internet surfen können. Für den österreichischen Marktführer Telekom Austria hatten Analysten mit Kosten von 300 bis 400 Mio. Euro gerechnet. Sollte der Preis für die neuen Frequenzen deutlich darüber liegen, könnte bei dem Konzern der Druck für eine Kapitalerhöhung wachsen.