B2B
23.01.2018

Fusion von Car2Go und DriveNow soll kurz bevorstehen

Laut einem Bericht der FAZ sind Verhandlungen über eine Fusion von Car2Go und DriveNow auf der Zielgeraden. Offiziell bestätigen die Carsharing-Anbieter dies nicht.

Unter Berufung auf Insiderquellen berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung über eine kurz bevorstehende Fusion der beiden deutschen Carsharing-Anbieter Car2Go und DriveNow. Car2Go-Mutter Daimler und DriveNow-Teilhaberin BMW seien sich über die Konditionen einer Unternehmens-Zusammenlegung einig geworden. Auch der Autovermieter Sixt, der 50 Prozent an DriveNow hält, soll seine Zustimmung bereits gegeben haben.

"Gerüchte gibt es schon lange"

Auf futurezone-Anfrage bei Car2Go Österreich heißt es: "Wir können dazu nichts sagen. Gerüchte über eine Fusion gibt es allerdings schon lange. Im Dezember 2016 hörte man das erste Mal davon, danach wieder im Frühjahr 2017 und im Herbst 2017. Das Gerücht ist offensichtlich hartnäckig." DriveNow teilt der futurezone mit: "Zu den aktuellen Berichten äußern wir uns grundsätzlich nicht."

Gemeinsam gegen Uber

Eine Fusion von Car2Go und DriveNow könnte beiden Unternehmen dabei helfen, sich im internationalen Mobilitätsmarkt gegen Fahrtendienste wie Uber oder Didi Chuxing zu behaupten, berichtet die FAZ. Die beiden deutschen Anbieter zählen zu den größten im Carsharing-Bereich. Car2Go kann weltweit drei Millionen Kunden vorweisen, DriveNow rund eine Million Kunden. Auch in Österreich sind beide Unternehmen vertreten. In Wien zählt DriveNow 88.000 Kunden, Car2Go hat über 120.000 Kunden.

Mehrfacher Nutzen

Während DriveNow in mehreren europäischen Städten Carsharing-Flotten betreibt, hat sich Car2Go bereits in fernere Länder vorgewagt. Der Anbieter ist unter anderem in den USA und in China aktiv. Das Carsharing-Geschäft nutzt den dahinterstehenden Fahrzeugherstellern auf vielfältige Weise. Einerseits werden Kunden so auf günstige Weise an neue Modelle herangeführt.

Andererseits können gigantische Mengen an Daten zum Fahrverhalten der eigenen Autos in unterschiedlichen Bedingungen gewonnen werden. Das Carsharing-Geschäft eröffnet den Autoherstellern außerdem die Möglichkeit, vom reinen Hersteller zum Mobilitätsanbieter mit Fahrzeugen und Dienstleistungen zu werden und auf diesem Gebiet Erfahrungen zu sammeln.

Car2Go und DriveNow experimentieren in ihren jeweiligen Carsharing-Sparten außerdem zunehmend mit Elektromobilität. In Amsterdam betreibt Car2Go etwa eine rein elektrische Flotte. In Wien sind 20 BMW i3 Teil der DriveNow-Flotte.

Eine Milliarde Euro

Das Geschäft von Car2Go und DriveNow wird zusammengenommen mit einer Milliarde Euro bewertet. Während Car2Go als profitabel gilt, halten sich Kosten und Einnahmen bei DriveNow angeblich die Waage. DriveNow sieht eine eindeutig positive Entwicklung: "Wir haben erst kürzlich die Flotte in Wien massiv erhöht - auf 700 Fahrzeuge. Diese Entscheidung ist die Reaktion auf die steigende Nachfrage und wachsende Kundenzahlen. Diese Entwicklung sehen wir auch in anderen Städten."