Quartalszahlen
04/27/2011

Gewinneinbruch bei Amazon

Minus 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – Aktionäre verschnupft

Der Kampf um Marktanteile hinterlässt beim weltgrößten Internet-Kaufhaus Amazon.com deutliche Blessuren. Wegen Investitionen in neue Geschäftsfelder verbuchte der US-Konzern im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch. Amazon wies am Dienstag nach Börsenschluss in New York einen Überschuss von 201 Millionen Dollar (137,5 Mio. Euro) aus. Das waren fast 33 Prozent weniger als vor einem Jahr.

44 statt 61 Cent je Aktie
Der Gewinn je Aktie belief sich auf 44 Cent. Analysten hatten mit 61 Cent je Dividendenpapier deutlich mehr erwartet. Immerhin kletterte der Umsatz den Angaben nach um 38 Prozent auf 9,86 Milliarden Dollar. Amazon-Aktien brachen nachbörslich zunächst deutlich ein. Später notierten sie in etwa auf ihrem regulären Schlusskurs.

Für das zweite Quartal geht Amazon von einem Umsatz von 8,85 bis 9,65 Milliarden Dollar aus. Damit würde der Online-Händler die Markterwartungen von 8,7 Milliarden Dollar übertreffen. Der Betriebsgewinn wird nach Schätzungen von Amazon zwischen 95 und 245 Millionen Dollar nach 207 Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum liegen.

Auch im kommenden Quartal Gewinnrückgang
„Wir waren niemals enthusiastischer, was die langfristigen Möglichkeiten angeht“, sagte Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos am Dienstag und versuchte damit, die Anleger für seinen manchmal schmerzhaften Wachstumskurs zu gewinnen. In den vergangenen Jahren wurde Amazon für seine rasante Entwicklung und zweistellige Wachstumszahlen oft gelobt.

Nach Kindle und dem Bezahlservice

will Bezos auch weiterhin kräftig in neue Produkte und Services investieren. Im laufenden zweiten Quartal dürfte sich das jetzige Bild deshalb wiederholen. Der Firmenchef prophezeite einen kräftig steigenden Umsatz und einen sinkenden Gewinn. Bereits in den vorangegangenen Quartalen hatte Bezos die Spendierhosen an und verärgerte damit die Aktionäre.