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B2B
09/27/2020

Google besteht künftig auf Anteil an In-App-Käufen

Google greift bei Abo-Diensten wie Spotify und Netflix stärker durch. Einige Entwickler verbünden sich gegen die Abgabe-Pflicht.

Google will seine Position stärken, dass alle App-Anbieter einen Anteil von 30 Prozent an In-App-Käufen an das Unternehmen abtreten müssen, wenn die App über den Play Store bezogen wurde. Diese Richtlinie besteht zwar schon lange, nun möchte das Unternehmen die Regel aber strenger durchsetzen, berichtet Bloomberg.

So soll Google kommende Woche überarbeitete Richtlinien veröffentlichen. Darin wird festgehalten, dass Abonnements, Upgrades und Ähnliches ausschließlich über das Google-Bezahlsystem abgewickelt werden dürfen. Laut Bloomberg hatte Google bisher die Einhaltung der Regel nicht so rigoros gefordert.

Abo-Dienste umgehen Richtlinie

Apps, die Abos anbieten, wie etwa Netflix, Amazon, Disney oder Spotify umgehen das Bezahlsystem. So muss man sich lediglich mit seinen Zugangsdaten einloggen, wenn das Abo über eine andere Plattform, beispielsweise den Browser, abgeschlossen wurde. Sie bieten häufig gar keine Möglichkeit an, das Abo über die App abzuschließen und umgehen so die Richtlinie. 

Zukünftig müssen die Apps aber das Google-Bezahlsystem verwenden, wenn sie aus dem Google Play Store geladen werden. Dafür will Google den Entwicklern eine Übergangsfrist gewähren, um Anpassungen vornehmen zu können. Damit will man verhindern, dass millionenfach heruntergeladene Apps plötzlich aus dem Store verschwinden. Das passierte etwa Fortnite-Entwickler Epic, nachdem das Unternehmen ein eigenes Bezahlsystem integriert hat. Seither befindet sich Epic im Rechtsstreit mit Google und Apple.

Epic, Spotify und Tinder gründen Allianz

Inzwischen haben sich mehrere große App-Entwickler zu einer Allianz zusammengeschlossen. Das Bündnis kündigte am Donnerstag in Washington an, gemeinsam für gesetzliche und regulatorische Änderungen in den digitalen Marktplätzen für Apps der großen Anbieter zu kämpfen. Teil des Bündnisses sind unter anderen Epic Games, der Streamingdienst Spotify, der Tinder-Eigentümer Match Group und der European Publishers Council.

Der Zusammenschluss dürfte sich insbesondere gegen Apple richten. Die Allianz wolle sich für "faire Wettbewerbsbedingungen für alle" und gegen hohe Gebühren einsetzen, sagte Horacio Gutierrez von Spotify. Epic-Games-Gründer Tim Sweeney begründete den Zusammenschluss mit einem Angriff auf die "grundlegenden Freiheiten" der App-Entwickler.

Die Allianz forderte die großen App-Anbieter konkret auf, die Entwickler nicht dazu zu zwingen, ihre Apps nur in einem einzigen digitalen Marktplatz anzubieten. Zudem solle kein Entwickler mehr blockiert werden.

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