B2B
25.06.2014

Großes Finanzloch bei Telekom Austria

Die Telekom Austria bestätigte eine Wertminderung bei der bulgarischen Mobiltel um 400 Millionen Euro.

Die Telekom Austria Gruppe hat ein riesiges Finanzproblem, wie der neue CFO des börsennotierten Konzerns, Siegfried Mayrhofer, feststellen musste. Das Nachrichtenmagazin "News" konnte in Erfahrung bringen, dass die bulgarische Tochtergesellschaft Mobiltel um rund 500 Millionen Euro abgewertet werden muss. Die Telekom Austria Group bestätigte am Mittwoch eine Wertminderung von rund 400 Millionen Euro.

Bestätigt

Diese Wertminderung ergibt sich laut Telekom Austria aus "regelmäßig stattfindenden Sensitivitätsanalysen". "Die Wertminderung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Kapitalkosten für das bulgarische Segment und veränderte Erwartungen bezüglich der mittelfristigen makroökonomischen Entwicklung in Bulgarien, sowie auf die diesbezüglichen Markteffekte zurückzuführen, die sich auf die Bewertung des Telekom Austria Group Business Plans für das Segment Bulgarien auswirken", heißt es seitens der Telekom Austria.

"Die Wertminderung wird im konsolidierten Zwischenabschluss der Telekom Austria Group des 1. Halbjahres 2014 abgebildet sein und wird sich negativ auf Nettogewinn und Eigenkapital auswirken. Da sich die Anpassung des Business Plans für das bulgarische Segment primär mittelfristig auf die Erwartungen auswirkt, bestätigt das Management der Telekom Austria Group trotz der Wertminderung den Ausblick für 2014 mit einem Umsatzrückgang von ca. 3%, Anlagenzugänge von ca. 700 Mio. EUR und einer vorgeschlagenen Dividende von 0,05 Euro."

Das Finanzproblem führte bei der Telekom Austria zu einer Krisensitzung des Aufsichtsrats. Genau geprüft werden sollte dabei unter anderem die Verantwortung des Vorstandes.

Eine mögliche Folge des Finanzlochs sei laut "News" eine Ausstiegsmöglichkeit für den neuen Großaktionär América Móvil. Sowohl das eben erst geschlossene Syndikat mit der Staatsholding ÖIAG, als auch die geplante Kapitalerhöhung wackeln. Laut "News" soll der neue Großaktionär nämlich keinesfalls erfreut über das plötzlich aufgetauchte Finanzloch sein.