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China Huawei: „Wir wollen nicht das größte Stück vom Kuchen“.

Besuch im Huawei-Forschungslabor
Besuch im Huawei-Forschungslabor - Foto: Katharina Nickel
Der chinesische Technologiekonzern Huawei hat sich zu einem globalen Player entwickelt. Die futurezone war zu Besuch in der Firmenzentrale.

Huawei war bis vor einigen Jahren den meisten Europäern noch kein Begriff.  Heute ist die Marke neben Apple und Samsung nahezu in jedem Elektronikgeschäft präsent. Das Unternehmen hat sich mittlerweile zahlenmäßig zum drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt entwickelt. Am Heimatmarkt China  ist man bereits Marktführer. Huawei stößt aber auch zunehmend in globale Märkte vor, eine wichtige Expansion, die die Verbreitung des Markenimages unter jungen Leuten unabdingbar macht.

Konkurrenz

In Shenzhen, dem einstigen Fischerdorf, das sich innerhalb von nur 20 Jahren zu einer Mega-City mit 23,3 Millionen Einwohnern entwickelt hat, befindet sich Huaweis Hauptsitz.  Das 1987 mit nur 5600 US-Dollar Startkapital gegründete Unternehmen beschäftigt 180.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt, davon alleine 46.000  in Shenzhen.  Es dominieren verglaste Bürogebäude, wie sie auch am Huawei-Campus zu finden sind. Wohl nicht zuletzt aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit trifft man selbst die Einheimischen selten außerhalb der Glastempel an. Neben allein 2000 Start-ups, die ausschließlich Smartphones herstellen, haben sich noch Elektronik- und Kommunikationsunternehmen aus der ganzen Welt in diesem „chinesischen Silicon Valley“ angesiedelt. 

Labortests

Huawei will davon überzeugen, dass seine Technologien für Smartphones und Laptops in der internationalen Liga mitspielen.  Dafür zeigt der Konzern Pressevertretern gerne her, was sonst hinter verschlossenen Türen bleibt: Seine Fabriken und Labore, in denen Platinen und Module entstehen und wo Smartphones, Tablets und Notebooks auf Herz und Nieren geprüft werden. Mehrere tausend Male werden die Geräte im Labor gequetscht, gedrückt, zerstampft. 

In der Fabrik funktioniert fast alles automatisch, die Mitarbeiter kontrollieren nur noch den Prozess, während ein Transport-Roboter sich durch ein Klingeln ankündigt. Smartphones sind  zwar ein bedeutendes Segment des Konzerns, stehen aber dennoch nicht im Zentrum der Forschung. Wichtiger seien Technologien, die die Vernetzung von smarten Produkten überhaupt erst möglich machen. 

5G

Das Unternehmen ist eine der treibenden Kräfte des neuen Mobilfunkstandards 5G. „Wir benötigen die Kapazitäten von 5G für die weltweite Vernetzung. 4G reicht dafür nicht aus“, sagt Walter Jennings, Vice President Corporate Communications bei Huawei. 

Die Smartphone-Weltranglistenspitze zu erreichen, sei nicht das Ziel des Konzerns: „Wir wollen nicht das größte Stück vom Kuchen. Wir wollen den Kuchen lediglich vergrößern.“ 14,6 Prozent der Erlöse investiert das Unternehmen jährlich in Forschung und Entwicklung, also rund sieben Milliarden US-Dollar. Das ist zwar weniger als Google und Amazon investieren, aber mehr als Apple.  

Zu den bedeutendsten Erfindungen von Huaweis Forschungsabteilung zählen etwa der Flugzeugmodus am Handy und der WLAN-Stick, wie Unternehmensvertreter gerne betonen. Künftig sei vor allem die Erfahrung als Netzwerkausrüster maßgebend: „Denn die Innovationen passieren in Zukunft im Netzwerk selbst, nicht auf den Geräten“, so Jennings.

 

Eine ausführliche Reportage über den Besuch bei Huawei in China lest ihr auf futurezone.de 

(futurezone) Erstellt am 19.07.2017, 06:00

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