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B2B
04/26/2019

Intel senkt seine Prognosen: Zu wenig Geschäft mit Rechenzentren

Seit Jahren ist das Geschäft mit Chips für Rechenzentren erstmals rückläufig. Dafür verdiente Intel mit PC-Prozessoren mehr.

Der US-Halbleiter-Riese Intel hat seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt, nachdem das Geschäft mit Chips für Rechenzentren zuletzt erstmals seit Jahren zurückgegangen ist. Im ersten Quartal legte zugleich der Intel-Umsatz bei PC-Chips trotz des insgesamt schrumpfenden Markts zu. Der Quartalsumsatz blieb im Jahresvergleich mit rund 16 Mrd. Dollar (14,4 Mrd. Euro) kaum verändert.

Der Gewinn fiel um gut ein Zehntel auf knapp 4 Mrd. Dollar, wie Intel nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Intel rechnet nun für das gesamte Jahr mit einem Gewinn pro Aktie von 4,14 Dollar bei 69 Mrd. Dollar Umsatz. Zuvor waren Erlöse von 71,5 Mrd. Dollar und ein Gewinn pro Aktie von 4,35 Dollar erwartet worden. Die Intel-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent.

Rechenzentren

Der Umsatz im Geschäft mit Chips für Rechenzentren sank im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar. Intel sieht den Grund unter anderem im schwächeren Wirtschaftswachstum in China. Bei PC-Prozessoren gab es dagegen ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 8,6 Mrd. Dollar - weil Intel bei sinkenden Stückzahlen teurere Chips verkaufen konnte.

Intel stellte zudem klar, dass der Konzern aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems ausstieg, weil der wichtige Kunde Apple seinen Patent-Streit mit dem Konkurrenten Qualcomm beigelegt hatte. Nach dieser Einigung habe Intel keinen Weg gesehen, in dem Markt profitabel zu agieren, sagte Konzernchef Bob Swan dem "Wall Street Journal".

Zuvor war gerätselt worden, ob umgekehrt Apple die Einigung mit Qualcomm gesucht haben könnte, weil der iPhone-Konzern bereits wusste, dass Intel diesen Markt verlässt. Qualcomm hat bereits Chips für den schnellen 5G-Datenfunk im Angebot, Intel hatte sie erst für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Noch ein Jahr Intel

Intel werde voraussichtlich noch die Modem-Chips für die nächste iPhone-Generation in diesem Jahr liefern, deutete Swan in einer Telefonkonferenz mit Analysten an. Apple hatte sich bei neueren iPhone-Modellen komplett auf Modem-Chips von Intel verlassen, nachdem der Streit mit Qualcomm ausgebrochen war. Apple hatte dem Chip-Spezialisten vor gut zwei Jahren in einer Klage vorgeworfen, zu hohe Gebühren für Patente zu verlangen und den Wettbewerb zu behindern. Qualcomm konterte mit Patentverletzungs-Vorwürfen.

Vergangene Woche einigten sich Apple und Qualcomm überraschend am zweiten Verhandlungstag im potenziell entscheidenden Prozess zur ursprünglichen Klage in Kalifornien. Apple werde Chips bei Qualcomm beziehen, hieß es. Nur wenige Stunden später gab Intel den Ausstieg aus dem Markt für Smartphone-Modems bekannt. Die Chips sorgen dafür, dass ein Telefon ins Netz kommt.