B2B
29.08.2016

Kapsch-Mautvertrag in Tschechien um drei Jahre verlängert

Die Ausschreibung für den Betrieb des tschechischen LKW-Mautsystems verzögert sich um drei Jahre. Kapsch TrafficCom behält bis dahin die Kontrolle.

Nach langem Hin und Her hat die tschechische Regierung den Vertrag für das landesweite Lkw-Mautsystem mit dem österreichischen börsennotierten Unternehmen Kapsch TrafficCom doch "freihändig" verlängert - um bis zu drei Jahre. Der bestehende Vertrag mit Kapsch liefe Ende dieses Jahres aus. Die Regierung in Prag hat es wegen zahlreicher Verzögerungen nicht geschafft, das ganze offiziell neu auszuschreiben.

Knapp 200 Mio. Euro

Das Thema Lkw-Maut ist in Tschechien seit längerer Zeit ein auch politisch umstrittenes Thema. Die vom Verkehrsministerium geplante Verlängerung des Kapsch-Vertrags um bis zu drei Jahre ohne Ausschreibung wurde von einer oppositionellen Bewegung bei den Wettbewerbshütern angefochten. Diese haben ihr Verfahren aber Mitte August eingestellt. Die Begründung: Man könne einen Vertrag oder ein Vergabeverfahren, die noch nicht existieren, nicht überprüfen.

Am Montag in der Früh gab Kapsch schließlich in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass der tschechische Verkehrsminister Daniel Tok die Verlängerung des Vertrags zum Betrieb des landesweiten Mautsystems für den Lkw-Verkehr unterschrieben habe. Kapsch werde während des Zeitraums von maximal drei weiteren Jahren bis zu 5,3 Mrd. Kronen (194,6 Mio. Euro) erhalten.

Hohe Einnahmen

Verkehrsminister Tok erwägt laut Berichten von vor zwei Wochen, nach einer Verlängerung des Kapsch-Vertrags in einer regulären öffentlichen Ausschreibung einen neuen Betreiber zu finden.

Für Kapsch geht es in Tschechien um viel Geld. Seit Inbetriebnahme des Lkw-Mautsystems im Jahr 2007 hat das Nachbarland umgerechnet mehr als 2,5 Mrd. Euro an Mautgebühren eingenommen, 2015 waren es knapp 359 Mio. Euro. Betreiber Kapsch bekommt rund ein Fünftel der Erlöse.