Die Webcam als Kartenlesegerät

© Jumio

B2B
08/29/2014

Linzer Softwareschmiede mit Großauftrag von United Airlines

Mit "Netverify" von Jumio können Reisepässe per Webcam online kontrolliert werden. Einen Börsengang hält Geschäftsführer Kastenhofer: Börsengang für eine "mögliche Exit-Strategie".

Die Linzer Softwareschmiede Jumio hat einen Auftrag der weltgrößten Fluggesellschaft, United Airlines aus den USA, an Land gezogen: Mit „Netverify“ können Reisepässe online per Webcam kontrolliert werden, die Boarding-Karten werden per E-Mail zugestellt. Das oberösterreichische Unternehmen hat sich auch bereits Gedanken über einen Börsengang gemacht, berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“ am Freitag.

„Das spart den Kunden Zeit, sie müssen nicht mehr zwei Stunden vorher zum Flughafen kommen“, erläutert der operative Jumio-Geschäftsführer Thomas Kastenhofer den Nutzen der neuen Entwicklung. United sei der erste Kunde aus der Luftfahrtbranche, soll aber nicht der letzte bleiben.

Fast 400 verschiedene Arten von Ausweisen kann „Netverify“ überprüfen, im Zweifelsfall gibt es im Hintergrund Experten, die auch manuell kontrollieren. Der Verifizierung von Identitäten im Internet wird bei Jumio künftig eine wichtige Rolle zugeschrieben. „Es ist ein großes Thema, dass Unternehmen wissen wollen, mit wem sie ein Geschäft abgeschlossen haben“, erklärt Kastenhofer.

Kerngeschäft in den USA

Etwa 60 Prozent des Geschäfts machen die Linzer in den USA, wo man ein Büro in Palo Alto (Kalifornien) betreibt. In Europa wird mit „Netverify“ vor allem die Gaming-Industrie bedient, Anbieter wie Bet365 oder PokerStars gehören zu den Kunden. Künftig soll auch die Finanzindustrie ins Visier genommen werden. Hier werde man sich aber vorerst auf die USA konzentrieren, in der EU mit 28 verschiedenen Regelungen im Bankwesen sei das Geschäft schwierig, heißt es bei Jumio.

Möglicher Börsengang

Das oberösterreichische Unternehmen beschäftigt derzeit inklusive Support-Abteilungen weltweit mehr als 300 Mitarbeiter, 56 davon in Österreich. „Das ist eine mögliche Exit-Strategie“, so Kastenhofer zu einem Gang an die Börse. Verkaufsdruck verspüre man bei Jumio allerdings noch keinen, nun wolle man erst einmal ordentlich wachsen. Im kommenden oder dem darauffolgenden Jahr könnte man sich diese Szenarien aber gut vorstellen.