© Fotolia

IFPI
01/23/2012

Musikmarkt: "Anzeichen für Optimismus"

Der Branchenverband der Tonträgerindustrie IFPI sieht den Musikmarkt vor einer Wende zum Besseren. Ingesamt gingen Tonträgerverkäufe im vergangenen Jahr nur noch um drei Prozent zurück. Der digitale Markt wuchs um acht Prozent. Besonders Streaming-Dienste verzeichneten starke Zuwächse.

"Anzeichen für „echten Optimismus“ sieht der Branchenverband IFPI (International Federation of the Phonographic Industries) hinsichtlich des weltweiten Musikmarktes. Wie aus dem am Montag in London vergestellten „Digital Music Report“ (PDF) hervorgeht, konnte der Anteil digitaler Verkäufe am Gesamtmarkt 2011 weltweit auf 32 Prozent gesteigert werden.  „Wir haben uns in einem sehr herausforderndem Umfeld weiterentwickelt“, erklärte -  - IFPI-Vorsitzende Frances Moore: „Wir haben allen Grund zum Optimismus."

Leichter Rückgang am Gesamtmarkt
Die Umsätze am digitalen Musikmarkt betrugen 2011 5,2 Milliarden Dollar (4,03 Mrd. Euro), was einem Plus von acht Prozent entspricht. In den USA macht der Online-Markt bereits mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, in China sogar 71 Prozent. Die IFPI geht davon aus, dass 2011 insgesamt 3,6 Mrd. legale Downloads getätigt wurden. Für den gesamten Musikmarkt inklusive physischer Tonträger rechnet Moore mit einem leichten Rückgang auf 16,2 Mrd. Dollar, ein Minus von drei Prozent.

Starkes Wachstum bei Streaming-Diensten
Besonders hohe Wachstumsraten wiederum sind bei Streaming-Diensten erkennbar: Nutzten 2010 weltweit noch rund acht Millionen Menschen Angebote wie Spotify oder Deezer, konnte diese Zahl in den vergangenen zwölf Monaten auf über 13 Millionen gesteigert werden. Das digitale Musikgeschäft umspannt den ganzen Globus, wie es Moore ausdrückt, die größten Service-Anbieter sind bereits in 58 Ländern vertreten.

Dass Nutzer nun zwischen Zugang und Besitz unterscheiden können und Download- sowie Streaming-Angebote erfolgreich nebeneinander existieren, spricht laut Rob Wells, zuständig für den digitalen Markt bei Universal Music, Bände. „Tatsächlich haben wir in der vergangenen Dekade erst an der Oberfläche der digitalen Musik gekratzt“, wird Wells im Bericht zitiert. Vorangetrieben wird diese Entwicklung sowohl vom immer flächendeckender angebotenen Internet-Breitband-Zugang einerseits und der weltweiten Smartphone- und Tablet-PC-Durchdringung andererseits.

IFPI nimmt Suchmaschinen ins Visier
Kernbotschaft des „Digital Music Report“ bleibt auch in diesem Jahr der Kampf gegen Urheberrechtsverstöße im Netz. Diesbezüglich werde die Rolle von Suchmaschinen eine Schlüsselposition im Jahr 2012 einnehmen, wie es heißt, seien diese doch „eine wichtige Zugangsroute für jene, die nicht lizenzierte Musik im Internet suchen“. So sei die Vorreihung von legalen Angeboten bei den Suchergebnissen ebenso ein essenzieller Weg wie das Unterbinden von finanzieller Unterstützung illegaler Seiten durch Werbung.

Enttäuschung über SOPA-Stopp
Dass der in den USA heftig umstrittene „Stop Online Piracy Act“ (SOPA) nach massiven Protesten vorerst ausgesetzt wurde, bezeichnete Moore als Enttäuschung. „Wir hoffen aber, dass es in den kommenden Wochen einen Kompromiss geben wird.“

In Österreich wuchs der digitale Musikmarkt im vergangenen Jahr um 14 Prozent. Der Anteil des Online-Handels beläuft sich auf 20 Prozent des gesamten heimischen Musikmarktes.Das Wachstum hat sich im vergangenen Jahr jedoch verlangsamt.

Mehr zum Thema

  • Online-Musikmarkt wächst langsamer
  • US-Anti-Pirateriegesetze vorerst gestoppt
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.