B2B 28.11.2012

Nokia Siemens Networks schließt deutsches Werk

Standort in Buchsal wird aufgelöst, 650 Mitarbeiterauf der Straße

Der Netzwerk-Ausrüster Nokia Siemens Networks will seinen Standort im baden-württembergischen Bruchsal mit 650 Arbeitsplätzen so schnell wie möglich schließen. „Die Mitarbeiter können nicht an anderen Standorten übernommen werden“, bestätigte eine NSN-Sprecherin am Mittwoch. Die ersten Mitarbeiter sollen in drei bis sechs Monaten gehen. Wann die Lichter in Bruchsal endgültig ausgehen, hänge von Gesprächen mit dem Betriebsrat ab.

Klage wird angestrebt
Betriebsratschef Ernst Färber schloss eine Klage nicht aus und bezog sich dabei auf eine Standortvereinbarung mit NSN aus dem Jahr 2010. Danach hätten zumindest 365 Mitarbeiter bis 2014 ihre Jobs in der Bruchsaler Fertigung behalten müssen. Allerdings nur, konterte NSN, wenn zuvor betriebsändernde Maßnahmen wie etwa eine Restrukturierung umgesetzt worden wären: „Dies ist nicht der Fall. Aus diesem Grund ist Nokia Siemens Networks der Auffassung, dass diese Vereinbarung nicht greift“, hieß es.

Schlechte Situation
Im Januar vergangenen Jahres hatte es noch geheißen, dass in Baden-Württemberg neben Ulm und Mannheim auch Bruchsal erhalten bleibt. Seitdem aber habe sich die Situation verschlechtert, auch Wettbewerber seien davon betroffen, erklärte die Sprecherin. Ulm sei mit seinem Kernbereich der mobilen Breitbandtechnologie einer der wichtigsten Standorte für NSN; Mannheim sei erfolgreich restrukturiert worden.

Überraschte Belegschaft
Für die Belegschaft sei die Hiobsbotschaft „aus heiterem Himmel“ gekommen. „Den Leuten geht es saumäßig“, sagte Färber. Bereits an diesem Donnerstag wolle man sich zusammensetzen und über weitere Maßnahmen beraten. Am Standort werden Techniker, angelernte Arbeitskräfte und kaufmännische Angestellte ihren Job verlieren. Im Oktober war der Betriebsrat vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, eine geplante Verlagerung von Teilen der Fertigung zu stoppen.

Nicht ausgelastet
Das Werk sei „unterausgelastet und das wird sich in den kommenden Monaten noch verschärfen“, erklärte die Sprecherin. Die dort hergestellten Produkte, darunter viele, die in den Bereich Festnetz gehören, würden nicht mehr nachgefragt und gehörten nicht mehr zum Fokus von NSN. Der Netzwerk-Ausrüster will sich auf mobile Breitbandtechnologie konzentrieren.

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( DPA ) Erstellt am 28.11.2012