B2B
15.05.2013

Novomatic setzt auf Online- und Mobile-Games

Der niederösterreichische Glücksspielriese Novomatic AG hat im Vorjahr einen Gewinn von 194,3 Mio. Euro erzielt und Steuern in Höhe von 140 Mio. Euro gezahlt. Vorstandschef Franz Wohlfahrt sagte, die duale Strategie des Konzerns als Automatenbauer und -betreiber werde weiter forciert, zudem will der Konzern im Online- und Mobil-Spielemarkt Fußfassen.

Wohlfahrt sprach von einem "sukzessiven Ausbau" der Aktivitäten am Online- und Mobile-Gaming Markt; Lizenzen haben die Niederösterreicher dafür aber bisher erst in Italien und im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein. Auch in Großbritannien würden Partner mit einer entsprechenden Lizenz bereits Novomatic-Technologie nachfragen.

Fokus auf Mobile
Die neuen Technologien lassen Novomatic auf noch mehr Wachstum hoffen. Ein Teil der Kunden würde von „offline zu online" switchen, es gebe ein zusätzliches Potenzial an Spielern „die schon jetzt `grau` online spielen und nicht zuletzt hofft man auf neue Zocker der Altersgruppe 20 bis 35, "die quasi schon mit den digitalen Technologien aufwuchsen„. Strategisch wurden dahin gehend kürzlich 50,1 Prozent der burgenländischen I-New (New Unified Mobile Solutions AG) erworben, laut Wohlfahrt eine "Hightech-Perle". Nun entstehe das neue Novomatic-Segment "Mobile Gaming".

Glückspiele
Derzeit laufen Verhandlungen um Kooperationen mit Mobilfunkgesellschaften, zu denen sich Wohlfahrt nicht näher äußern wollte. Ein Verhandlungsaschluss mit den Mobilfunkanbietern sei aber bis Herbst möglich. "Anfang 2014 ist es möglich, dass wir operativ tätig werden", so Wohlfahrt.
Er betonte, dass bei Unterhaltungsspielen keine Konzession nötig sei. Bei Glücksspielen werde man sich "wo nötig um Lizenzen bewerben, ansonsten Spiele als B2B-Partner lizenzieren„, so der Vorstandschef, der sich für eine EU-weite Harmonisierung der Regeln für "Dienstleistungen im Online- und Mobile-Gamingbereich" aussprach.

"In Österreich darf derzeit nur die Lotterien GmbH wegen der Monopol-Konzession mobiles Glücksspiel anbieten„, kritisierte Wohlfahrt. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir Novomatic-Spiele bei der Lotterien GmbH lizenzieren; Gespräche gibt es da aber keine, wir hoffen auf eine Gesetzesnovelle, wie wiederholt angekündigt."

Der Online-Glücksspielmarkt solle ebenso EU-weit geregelt werden. "Alle Spielsysteme sollten einheitlich erfasst werden„, so der Novomatic-Vorstandschef. Eine Regulierung nach Vorbild der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und Kärnten müsse erfolgen; in Wien und der Steiermark warte man noch auf eine strenge Regulierung etwa mit Zutrittskontrollen, denn ein regulierter Markt sei der "einzig sinnvolle".

Bilanzzahlen
Wie berichtet kletterte der Umsatz der Novomatic AG um 10,8 Prozent auf 1,54 (1,39) Mrd. Euro. Das Ebitda kletterte um 8,2 Prozent auf 531 Mio. Euro. Mit 70.000 produzierten Spielautomaten kletterte deren Zahl genauso um 15 Prozent wie die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf 13.352, davon 2.655 in Österreich. Mit der Steuerleistung von 140 Mio. Euro kassierte der Fiskus um 22 Prozent mehr als im Jahr davor.

In der Novomatic Gruppe - dazu gehören neben der Novomatic AG die Schwesterkonzerne ACE Casino Holding AG und Gryphon Invest AG in der Schweiz - stieg der Umsatz von 3,20 Mrd. Euro 2011 auf 3,23 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EGT legte um 9,1 Prozent auf 359 Mio. Euro zu, beschäftigt wurden weltweit 19.000 Mitarbeiter. Das Ebitda der Gruppe belief sich nach 652 Mio. Euro 2011 im vergangen Jahr auf 666 Mio. Euro.

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