B2B
08.10.2013

Richard Branson: "Das Geld kommt dann von allein"

Multimilliardär Richard Branson war am Dienstag zu Gast beim future.talk 2013 der Telekom Austria und machte Werbung für sein Verständnis von Unternehmertum.

"Globale Probleme wie der Rückgang von Ressourcen oder die Verschmutzung der Umwelt bieten für Unternehmer unglaubliche Gelegenheiten. Sie können saubere Lösungen finden und dabei auch noch Geld verdienen", so Branson am Dienstag in Wien. Der Multimilliardär, der einst als Schallplattenhändler begonnen hat, glaubt, dass eine neue Generation von Unternehmern, die ihre soziale Verantwortung ernst nimmt, die Welt zu einem besseren Ort machen kann. "Gutes tun und Spaß haben, dann kommt das Geld von allein", so lautet das Motto von Branson.

Dabei ist dem Unternehmer wohl bewusst, dass auch sein eigenes Business-Imperium dunkle Seiten hat. "Das Airline-Geschäft verschmutzt die Umwelt, so wie viele andere Industriezweige auch. Unsere Vision ist aber, dass das eine der saubersten Branchen überhaupt wird. Darum investieren wir unsere Luftfahrt-Gewinne in die Entwicklung von Treibstoffen, die umweltverträglich sind, etwa aus dem Ruß in Stahl- und Aluminium-Werken", so Branson.

Start-ups fürs Gemeinwohl

Der Milliardär ist fest davon überzeugt, dass Unternehmer eine soziale Verantwortung haben und verpflichtet sind, das Wohl der Allgemeinheit im Auge zu haben. Die Politik solle lenken. "Die Regierungen könnten etwa eine weltweite CO2-Steuer einführen, oder zumindest verhindern, dass die Verwendung dreckiger Energieträger weiterhin gefördert wird", so Branson.

Um sein Verständnis von Kapitalismus populärer zu machen, hat der reiche Brite gleich mehrere Initiativen und Think-Tanks gegründet, die Gleichgesinnte auf der ganzen Welt unterstützen sollen. "Heute ist es einfacher als zu meiner Zeit, Unternehmer zu werden. Jeder, der eine neue Idee hat, die das Leben der Menschen verbessern kann, sollte einfach loslegen. Glück gehört zwar auch dazu, aber mit einer positiven Einstellung kann man auch nach Rückschlägen weitermachen", erklärt Branson.

Um solche jungen Start-ups, die das Gemeinwohl fördern können, auf den Weg zu bringen, rät Branson zum britischen Modell. "Wir haben die Regierung so weit gebracht, dass sie Unternehmern günstige Kredite und Beratung gibt. Hier können relativ kleine Summen schon viel bewirken. Mir hat damals meine Mutter 200 Pfund aus dem Finderlohn für eine Halskette gegeben, die mir geholfen haben, Virgin zu starten", so der britische Unternehmer.

Vernetzung hilft

In der vernetzten Welt von heute habe jeder die Möglichkeit, seinen Anliegen Gehör zu verschaffen und Missstände aufzudecken. "Ich habe mittlerweile 12 Millionen Follower. Das kann sehr nützlich sein, wenn es darum geht, ein Thema auf die Agenda zu setzen", so Branson weiter. Die beste Möglichkeit etwas gegen ein Problem zu unternehmen sei aber weiterhin die Entwicklung einer entsprechenden Geschäftsidee. Das beste Beispiel dafür ist Virgin Galactic, Bransons Raumfahrt-Unternehmen.

"Die Raumfahrt verschlingt derzeit enorme Mengen an Ressourcen. Wir brauchen private Unternehmer, die das ändern", sagt Branson. Einfach ist das allerdings nicht. Die ersten geplanten Flüge ins All wurden schon mehrfach verschoben. "In einigen Monaten wird es soweit sein, zwar mit etwas Verspätung, aber doch", so Branson. Im kommenden Jahr will der Milliardär dann mit seinen erwachsenen Kindern selbst ins All fliegen. "Wir hoffen, dass auch andere Wettbewerber in die Raumfahrt einsteigen, dann können wir schneller etwas verändern."