B2B
15.02.2018

Smarter Hersteller von Zutrittssystemen: „Digitalisierung als Chance sehen“

AirKey und Tests mit kollaborativen Robotern: Wie beim Sicherheitsexperten EVVA Digitalisierung bereits gelebt wird.

Bei EVVA, dem führenden Anbieter von Zutrittssystemen in Europa, wurde der Prozess der Digitalisierung schon vor vielen Jahren eingeleitet. Mit „AirKey haben wir ein Produkt am Markt, das das Smartphone zum Schlüssel macht“, erklärt Michael Kiel, Konzernbereichsleiter bei EVVA, im Gespräch mit der futurezone.

„2009 habe man sich entschieden, ein eigenes elektronisches Produkt zu entwickeln, das schließlich 2014 auf den Markt kam“, so Kiel. AirKey kann mehr als herkömmliche Systeme: „Stellen Sie sich vor, Sie versenden Ihre Schlüssel einfach online mit E-Banking Standards an ein beliebiges Smartphone. Die berechtigte Person erhält eine SMS und hat einen digitalen Schlüsselmoment. Ob Servicetechniker oder Urlaubsgast, man kann einfach und sicher End-to-End verschlüsselt eintreten. Das ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität“, erklärt Hanspeter Seiss, AirKey-Produktmanager bei EVVA.

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„Bei uns als Leitbetrieb ist Digitalisierung bereits eine gelebte Praxis“, sagt Kiel. Der Grundstein dafür wurde bereits vor über 15 Jahren gelegt. „Man muss die Digitalisierung als Chance sehen, die man konzeptionell und strukturiert für sich nutzen kann“, so der Technik-Experte, der auch über kaufmännisches Know-how verfügt. Am Fachkongress Industrie 4.0 von Austrian Standards gibt Kiel Industriebetrieben Tipps, wie man die Digitalisierung zur Exzellenzentwicklung nutzen kann.

Hilfe bei der Digitalisierung

„Es gibt hier zwei Möglichkeiten: Entweder, man entwickelt alles selbst, oder man sucht sich einen Partner, etwa ein Start-up, das Hilfestellung braucht. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man investiert. Wir haben als Traditionsbetrieb beides versucht und uns am Ende dafür entschieden, alles selbst in die Hand zu nehmen“, erklärt Kiel. „Bei komplexen Produkten braucht das aber Zeit, bis sich das rentiert.“

„Man dürfe sich durch die Digitalisierung keinesfalls verrückt machen, genauso wenig wie sich „einfach treiben“ lassen“, erklärt Kiel. „Es gibt derzeit noch viel Digitalisierungspotenzial und es braucht klare Strukturen im Unternehmen, um dieses auszuschöpfen. Der Kundennutzen muss dabei immer im Vordergrund stehen und die Kundenberührungspunkte sind bei der Digitalisierung wichtiger, als Kosteneinsparungen“, sagt Kiel.

Alle an einem Strang ziehen

In einem Digitalisierungsprozess ist es auch wichtig, dass alle Ebenen eines Unternehmens an einem Strang ziehen – von der Geschäftsführung bis zur IT-Abteilung. „Wir haben eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet, die vom aufgewerteten Konzernbereich Digital Services umfassend begleitet wird“, lobt Kiel seine Kollegen. Digitalisierung müsse zudem nicht zwingend in allen Bereichen gleichermaßen passieren, aber man sollte sich auf jeden Fall Geschäftsmodelle im Fall einer möglichen Disruption überlegen. „Die Digitalfotografie hat etwa die Analogfotografie weitgehend verdrängt. Mit der Elektronik ist EVVA auf sich verändernde Kundenbedürfnisse gut vorbereitet“, erklärt Kiel.

Online-Verwaltung

Bei AirKey wurde etwa vor kurzem neben der Onlineverwaltung auch die App neu gestaltet, die die Zutrittsberechtigungen verwaltet. Zusätzlich zu NFC kann das Smart Home, das Ferienhaus oder das Shared Office jetzt auch per Bluetooth Low Energy (BLE) aufgesperrt werden, was wiederum für iPhone-Besitzer praktisch ist. Doch neben der Digitalisierung von Produkten ist es auch wichtig, Kundenanforderungen vermehrt digital zu begegnen, wie beispielsweise im EVVA- Partnerportal, das 24 Stunden an sieben Tagen die Woche zugänglich ist. Im Industrie 4.0-Bereich spielen zudem auch Robotik und 3D-Druck eine große Rolle. „Wir testen kollaborative Roboter mit Fraunhofer Austria in der Pilotfabrik Aspern. Dabei wird der Handling-Prozess in der Zylinderproduktion automatisiert“, erklärt Kiel.

Wer mehr zur Digitalisierung in dem österreichischen Leitbetrieb erfahren will, hat am 14. März 2018 beim 2. Fachkongress Industrie 4.0 von Austrian Standards die Möglichkeit dazu. Kiel wird dort über die gelebte Realität von Industrie 4.0 beim Familienunternehmen EVVA sprechen. Der Community-Treffpunkt findet im Austrian Standards Meeting Center in der Heinestraße 38 in Wien statt. Tickets sind erhältlich auf der Website von Austrian Standards.

Disclaimer: Die futurezone ist Medienpartner des 2. Fachkongresses Industrie 4.0.