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Studie
10/04/2011

Start-ups: 'Chancen in Technologie-Nischen'

Nachwuchs-Firmen in den Bereichen "Internet" und Mobile" haben es in Österreich nicht leicht - oder machen es sich nicht leicht. Eine Studie des Wiener Inkubators SpeedInvest zeigt auf, wie Start-ups einfacher zum Erfolg kommen können.

von Jakob Steinschaden

Zu 98 Prozent männlich, zu 70 Prozent aus Wien und meist zwischen 25 und 30 Jahren alt: Das sind einige Ergebnisse jener Studie über österreichische Start-up-Gründer, die der Wiener Business-Angel-Fonds SpeedInvest am Dienst Früh im Rahmen der gerade laufenden StartUp Week präsentiert hat.

Bei der als “Austrian Startup Genome Project” getauften Analyse wurden die Einreichungen von 100 Start-ups aus den Bereichen “Internet” und “Mobile” (Zeitraum Juni bis September 2011) untersucht. Hinter den genannten, kaum überaschenden demografischen Fakten verbergen sich aber einige wichtige Erkenntnisse, die SpeedInvest-CEO Oliver Holle künftig in sein Geschäft einfließen lassen will. Immerhin bestätigt seine Untersuchung jene Mängel, die man in der österreichischen Start-up-Szene bereits erahnen kann. So seien laut Holle die Gründer-Teams mit meist zwei Personen zu klein. “Gerade Erstgründer können alleine oder zu zweit kaum alle unternehmerischen Funktionen abdecken”, so Holle. Bei 3er, 4er oder 5er-Teams könne die fehlende Erfahrung durch Motivation wettgemacht werden.

Erschwerender B2C-Fokus
Die Analyse zeigt auch, mit welchem Business-Fokus man leichter Erfolg haben könne. Zwar gibt es in Österreich mit einem Anteil von 70 Prozent überwiegend B2C-Start-ups, die Konsumentenprodukte machen wollen, und viel weniger auf B2B fokussierte Jungunternehmen. Der Erfolg gibt laut Holle aber der Minderheit Recht - als Beispiele nennt er Wikitude, Payolution, Qriously, Jumio und Kununu.

Dem gegenüber hätten mit Lookk (Ex-Garmz) und Busuu in der jüngeren Vergangenheit nur zwei B2C-Start-ups den Durchbruch geschafft. Außerdem würden der Analyse zufolge heimische Internet-Firmen nicht groß genug denken - weniger als zehn Prozent wollen ihre Dienste international, die meisten in der DACH-Region oder der EU ausrollen. Holle: “Es muss mindestens EU-weit gedacht werden, um Erfolg haben zu können.” Außerdem fehle anders als etwa in Berlin (stark bei eCommerce) ein Fokus, zudem würden mobile Lösungen noch vernachlässigt werden.

Bundesländer hinten nach
Neben dem Wien-Fokus ergab die Analyse eine starke Achse Linz-Hagenberg - der Rest Österreichs (mit kleinen Ausnahmen wie das Vorarlberger Rheintal) liegt Start-up-technisch eher brach. Laut Holle müsse man Wien und Restösterreich stärker miteinander vernetzen - genauso, wie Erstgründer mehr Unterstützung von Seriengründern benötigen würden und Unis, Inkubatoren und die Szene stärker miteinander in Austausch treten müssten, um mehr erfolgreiche Internet-Firmen im Land entstehen zu lassen.

An ein österreichisches Facebook oder Google glaubt Holle nicht. “Unsere Marktchancen liegen in Technologie-Nischen”, so der SpeedInvest-Chef. Das mag aber auch an den Auswahlkriterien liegen, die sein SpeedInvest an Start-ups anlegt, in die investiert wird. Ein “kurzer Pfad zu positiven Cash Flows” oder “klare Aussicht auf Exit-Erfolg” war wohl weder bei Google, noch bei Facebook, noch bei Twitter, Yelp oder Groupon in deren “Pre-Seed”- oder “Beta”-Phasen erkennbar. “Wir wollen aber auch gar kein Twitter oder Facebook, sondern mittelgroße Firmen aufbauen”, so Holle. Ob Pleite gehen oder einen Exit schaffen - beides sei erstrebenswert.

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