T-Mobile: Drei-Orange-Deal verzerrt Wettbewerb

© Franz Gruber

T-Mobile: Drei-Orange-Deal verzerrt Wettbewerb
05/18/2012

T-Mobile: Drei-Orange-Deal verzerrt Wettbewerb

Der derzeit zweitgrößte Mobilfunker des Landes sieht sich wegen der geplanten Fusion als einziger im Nachteil. Während Drei beim Ausbau des LTE-Netzes unfair bevorzugt werden würde, würde A1 durch die Yesss!-Übernahme einen Marktanteil von fast 50 Prozent erreichen können. T-Mobile-Chef Robert Chvatal fordert deswegen Auflagen.

Wie Drei soeben per Presseaussendung bekannt gegeben hat, wurde die Übernahme des Mobilfunkers Orange in Brüssel angemeldet. Damit wird die Wettbewerbsprüfung eingeleitet, die  in der ersten Stufe maximal 35 Arbeitstage dauern darf. Die Anmeldung von der Orange-Tochter Yesss! wird durch A1 vorgenommen, der den Billiganbieter übernehmen will.

Drei-Chef Jan Trionow zeigt sich zuversichtlich, dass die Behörden von den Vorteilen des Vorhabens überzeugt werden können. So soll etwa die Verschiebung der LTE-Frequenzversteigerung nur von "minimaler Dauer" sein.

Konkurrent T-Mobile Austria dürfte das nicht so sehen: Bereits 15 Minuten vor der Drei-Aussendung verschickte man eine eigene Aussendung, in der man die Orange-Übernahme durch Drei anprangert. T-Mobile sieht dadurch eine "massive Verzerrung des Wettbewerbs zu Gunsten von Hutchison 3G sowie Marktführer A1 Telekom Austria."

Unfaire VorteileDer Deal würde Drei und A1 etwa inakzeptable Wettbewerbsvorteile beim Aufbau eines LTE-Breitbandnetzes einräumen, weiters sei Drei nach der Fusion als einziger Betreiber instande, ohne neue Frequenzen ein breitflächiges LTE-Angebot aufzubauen. Damit ergäbe sich ein eineinhalb bis zweijähriger massiver Wettbewerbsvorsprung, heißt es. Außerdem würde der Marktführer A1 mit der Yess-Übernahme seinen Marktanteil auf fast 50 Prozent steigern, weil man so 40.000 Neukunden dazubekommen würde.

T-Mobile-Chef Robert Chvatal lässt die Öffentlichkeit wissen: "Ohne Auflagen darf diese Übernahme nicht genehmigt werden. Wir erwarten auch, dass alle verantwortlichen Behörden im Sinne eines fairen Wettbewerbes den Sachverhalt einer sehr genauen Überprüfung unterziehen und keine übereilten Entscheidungen treffen.“ Chvatal fordert etwa eine Neuordnung der Frequenzen.

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