Tech Hub: „In London passiert Unglaubliches“

© Tech Hub London

Tech Hub: „In London passiert Unglaubliches“
10/03/2011

Tech Hub: „In London passiert Unglaubliches“

In London hat sich rund um die Old Street im Osten der Stadt ein Mekka für Technologie-Start-ups entwickelt. Auch Google hat dort unlängst ein riesiges Büro-Gebäude gemietet. Mitten drin ist mit dem Tech Hub auch ein Platz angesiedelt, an dem die Jungunternehmer billige Büroarbeitsplätze mieten können. Die futurezone hat mit Tech Hub-Chefin Elizabeth Varley gesprochen.

von Barbara Wimmer

Mit dem Tech Hub London gibt es einen gemeinsamen Ort für Start-ups im Ostteil der Stadt. Wie wichtig ist es eigentlich, dass Start-ups an einem Ort zusammenkommen?Man kann ein Start-up prinzipiell von überall aus führen, aber es gibt gewisse Vorteile, wenn es dafür einen gemeinsamen Platz gibt. Im Tech Hub kommen Leute zusammen, die ihre gut bezahlten Jobs an den Nagel gehängt haben, um stattdessen dieses verrückte Internet-Ding zu starten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man diese Vision mit anderen Menschen teilen und ganz nebenbei Erfahrungen austauschen oder in gewissen Bereichen auch ganz einfach zusammenarbeiten kann.

Wie genau funktioniert dies im Tech Hub?Beim Tech Hub kann man Mitglied werden. Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Mitgliedschaft. Einerseits haben wir Residents, das sind Leute, die einen fixen Platz im Büro haben und jeden Tag kommen können, andererseits haben wir jährliche Mitglieder, die nur von Zeit zu Zeit ins Büro reinschneien, wann immer sie es gerade brauchen oder in der Stadt sind. Diese haben aber keinen fixen Platz.

Mit dem Tech Hub London gibt es einen gemeinsamen Platz für Start-ups im Ostteil der Stadt. Wie wichtig ist es eigentlich, dass Start-ups alle an einem Ort zusammenkommen?

Man kann ein Start-up prinzipiell von überall aus führen, aber es gibt gewisse Vorteile, wenn es dafür einen gemeinsamen Platz gibt. Im Tech Hub kommen Leute zusammen, die ihre gut bezahlten Jobs an den Nagel gehängt haben, um stattdessen dieses verrückte Internet-Ding zu starten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man diese Vision mit anderen Menschen teilen und ganz nebenbei Erfahrungen austauschen oder in gewissen Bereichen auch ganz einfach zusammenarbeiten kann.

 

Wie genau funktioniert dies im Tech Hub?

Beim Tech Hub kann man Mitglied werden. Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Mitgliedschaft. Einerseits haben wir Residents, das sind Leute, die einen fixen Platz im Büro haben und jeden Tag kommen können, andererseits haben wir jährliche Mitglieder, die nur von Zeit zu Zeit ins Büro reinschneien, wann immer sie es gerade brauchen oder in der Stadt sind. Diese haben aber keinen fixen Platz.

Zahlen die Mitglieder eine monatliche Gebühr?Ja, unsere "Residents" zahlen monatlich 275 britische Pfund (rund 316 Euro), dafür haben sie eine kostenlose Verbindung zum Internet, einen fixen Schreibtisch, Strom, Heizung und das Büro rund um die Uhr nutzen. Unsere Jahres-Mitglieder zahlen 375 britische Pfund (rund 430 Euro) pro Jahr.

Das klingt sehr billig für Londoner Verhältnisse. Wie kann man sich das leisten?Wir haben ein Sponsorship-Modell, dadurch ist es uns möglich, die Preise für die Start-ups derart niedrig zu halten.

Gibt es für die Start-ups auch finanziellen Support vom Tech Hub oder rein den Arbeitsplatz?Wir sind kein Inkubator im klassischen Sinne, obwohl wir uns derzeit auch diese Option anschauen.

Wie viele Mitglieder hat der Tech Hub London bis jetzt?Wir haben 74 Residents aus rund 20 bis 30 Unternehmen und rund 300 Jahres-Mitglieder. Diese Zahl wächst aber täglich. Wir wollen aus dem Tech Hub aus langfristiger Sicht ein globales Netzwerk machen und unser Modell auch in anderen Städten kopieren.

Ist für Wien etwas geplant?Nicht im Moment, aber wir sehen uns verschiedene Standorte in Europa an.

Welche europäische Stadt ist für Start-ups derzeit die beste Wahl?In London passiert Unglaubliches, es herrscht hier eine absolut einzigartige Atmosphäre unter den Start-ups. Ansonsten halte ich noch Riga in Lettland für sehr interessant. Auch Berlin gilt als unglaublich "heiß". Ganz Deutschland hat eine sehr lebendige Szene. Ich denke, es ist derzeit eine sehr spannende Zeit für die gesamte europäische Start-up-Szene im Technologie-Bereich.

Ist das Silicon Valley ein Vorbild für den Tech Hub? Kann man das miteinander vergleichen?Unsere Idee war es nie, ein zweites Silicon Valley zu kreieren. Wir haben uns nur die Erfolgsfaktoren vom Silicon Valley angesehen und nach London übertragen. Diese liegen unter anderem darin, die Unternehmer, die zielgerichtet an ihrer Idee arbeiten, zusammen zu bringen. Das funktioniert auch im Valley gut.

Einer der Hauptsponsoren des Tech Hub London ist Google. Google hat außerdem gerade ein siebenstöckiges Gebäude in der Nähe gekauft..Ja, Google hat ein Gebäude bei der Old Street gekauft, gleich um die Ecke von uns. Das ist für uns auch der Beweis dafür, dass Google großes Potential in dieser Gegend sieht.

Ist das Gebäude, in dem der Tech Hub derzeit angesiedelt hat, eigentlich groß genug für alle Start-ups?Im Moment ja, aber wir haben bereits Übersiedlungspläne in ein größeres Gebäude.

Wie viele Start-ups treffen Sie als Tech Hub-Chefin eigentlich pro Woche?Wenn ich das wüsste! Es gibt so viele Veranstaltungen. Ich wünschte allerdings, ich könnte mehr Zeit mit den Start-ups verbringen, denn es gibt so viele talentierte Leute, die von ihren außergewöhnlichen Projekten angetrieben werden.

In welchem Bereich sind die Start-ups, die im Tech Hub untergebracht sind, angesiedelt?Sie sind alle Produkt-orientiert, keine Berater oder Agenten. Die Themenfelder sind relativ breit angesiedelt. Von mobilen Lösungen, Crowdsourcing, Spiele, B2B, B2C...

Für welches Feld sehen Sie persönlich die größten Wachstums- und Erfolgschancen?Mobile Lösungen werden enorm wachsen. Der mobile Zugriff ist heutzutage der beliebteste Weg, ins Internet zu kommen. In den nächsten zehn Jahren werden aber vor allem sogenannte "Green Technologies" immer wichtiger werden. Auch Spiele gehen immer gut. Das Integrieren von Spielelementen wird heutzutage immer selbstverständlicher.

Was raten Sie jungen Start-ups? Es ist sehr wichtig, niemals alles ganz alleine machen zu wollen. Es ist nicht jeder bei allen Aufgaben gleich gut und es ist daher wichtig, sich komplementäre Fähigkeiten dazu zu holen. Man sollte seine eigenen Stärken kennen und in den Bereichen, die man nicht so gut kann, nach Hilfe suchen. Man kann nicht alles alleine machen, außerdem sollte man sich auf die Dinge konzentrieren, die man gut kann. Außerdem sollte man eines nie vergessen: Es dauert immer alles länger, als man denkt!

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Tech Hub London: Elizabeth Varley ist die Chefin des Tech Hubs in London. Sie ist schon lange Zeit in der Londoner Technologieszene aktiv.

Der Tech Hub ist seit Ende 2010 ein Treffpunkt für die Technologiebranche in East London rund um die Old Street. Es gibt dort WLAN, Strom für Notebooks, Kaffee und flexible Schreibtisch-Arbeitsplätze zu einem erschwinglichen Preis. Rund 20 bis 30 Start-ups haben sich hier bereits eingemietet.

Viele Start-ups haben sich in dieser Gegend angesiedelt. Auch Google hat dort vor kurzem ein siebenstöckiges Haus gemietet, um diesen besonderen "Vibe" dort auszunutzen.

STARTup Week: Von 3. bis 7. Oktober werden sich in Wien 100 Investoren und 50 Start-ups aus Mittel- und Osteuropa bei der STARTup Week treffen.

Bei dem Festival für junge Internet-Firmen wird neben einem Start-up-Wettbewerb und zahlreichen Workshops und Events auch eine prominent besetzte Konferenz im Wiener Haus der Industrie stattfinden.

Unter den 70 Vortragenden des Festivals finden sich neben Somlai-Fischer, Esther Dyson, Skype-Investor Morton Lund und Christian Hernandez von Facebook. Elizabeth Varley wird am Mittwoch, 5. Oktober, einen Vortrag halten.