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B2B
02/10/2019

Tirol will Registrierungspflicht für Airbnb

Weil eine gesetzliche Regelung durch den Bund auf sich warten lässt, will der Tiroler Landtag noch vor dem Sommer eine Gesetzesreform beschließen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) will eine Registrierungspflicht für alle touristischen Vermieter, unter anderem den Online-Zimmervermieter Airbnb, einführen. Dies berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ in ihrer Sonntagsausgabe. Eine gesetzliche Regelung durch den Bund würde zulange auf sich warten lassen, hieß es seitens der Tiroler Landesregierung.

Zuletzt hatte Mario Gerber, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer und ÖVP-Landtagsabgeordneter, auf eine Registrierungspflicht und Datenherausgabe gedrängt. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) hatte gegenüber der „TT“ eine zeitlich und örtlich beschränkte Airbnb-Vermietung gefordert. Alleine in der Landeshauptstadt seien rund 1.200 bis 1.500 Wohnungen über die Online-Plattform verfügbar.

„Zunehmend verschärft“

Das Phänomen habe sich auch in Tirol in den letzten Jahren zunehmend verschärft, meinte Platter zur „TT“. „Um dieser negativen Entwicklung entgegenzutreten, werden wir nun im Land Tirol konkrete Schritte setzen“, so der Landeshauptmann. Über das Aufenthaltsabgabegesetz soll für alle Formen der Beherbergung zu touristischen Zwecken eine Meldepflicht bei der Gemeinde samt Kundmachung dieser Registrierung mittels Plakette im Eingangsbereich der Unterkunft eingeführt werden.

Die Maßnahme betreffe alle touristischen Betriebe, also sowohl Hotellerie, Campingplätze, Urlaub am Bauernhof und Ferienwohnungen, aber eben auch private Wohnungen. Der Verfassungsdienst im Land prüfe derzeit die angedachten Regelungen für einen Gesetzesentwurf. Im Juni könnte die Gesetzesreform im Landtag beschlossen werden.

Das Land Salzburg hat vor zwei Monaten eine Verschärfung des Nächtigungsabgabengesetzes vorgestellt, die eine Registrierungspflicht für Vermieter vorsieht. Dort führte die Universität Salzburg auch eine Untersuchung zu dem Zimmervermittler durch.  Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass überwiegend kommerzielle Anbieter über die Plattform vermieten. Die Hauptakteure seien Anbieter aus der Tourismus- und Immobilienwirtschaft. Mit der Grundidee der „sharing economy“ hat das nach Ansicht der Wissenschaftler kaum noch etwas zu tun.