Bilanz
01/26/2012

TV-Hersteller Loewe kämpft mit Verlusten

Nach einem schlechten 2011 hofft der Konzern auf die Fußball-EM.

Der verlustträchtige Fernseher-Hersteller Loewe will im Jahr der Fußball-Europameisterschaft das Ruder herumreißen. Nach einem Umsatzschwund und roten Zahlen 2011 soll in diesem Jahr alles besser werden, wie Vorstandschef Oliver Seidl am Donnerstag ankündigte. „Wir haben das Fundament für die Trendwende gelegt“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Mit neuen, günstigeren Produktlinien und einer Kooperation mit Apple im Audio-Bereich sollen die Einnahmen wieder zulegen, das Ergebnis verbessert werden.

Rote Zahlen
Für den Traditionshersteller war 2011 ein bitteres Jahr. Der Umsatz schrumpfte um 11 Prozent auf 274,3 Millionen Euro, operativ fiel ein Verlust von 10,5 Millionen Euro an. Im vierten Quartal erreichten die Oberfranken wieder schwarze Zahlen, allerdings lasteten die Abfindungen für Marketingvorstand Manfred Fitzgerald und den langjährigen Technikvorstand Gerhard Schaas mit 1,5 Millionen Euro auf dem Ergebnis.

Günstigere Modelle und Apple-Kooperation
Um 2012 an eine schwarze Null heranzukommen, soll eine neue TV-Baureihe im mittleren Preissegment Kunden anlocken, die ab 1500 Euro für einen Fernseher bezahlen. Für die Nobelmarke Loewe mit Produkten, die bis zu 12.000 Euro kosten, ist der Schritt ungewöhnlich. Jahrelang stemmte sich die Firma inmitten eines knallharten Preiskampfs dagegen, ihre Geräte billiger anzubieten.

Vorstandschef Seidl zeigte sich außerdem erfreut, dass die neuen Audio-Apparate gut im Markt ankommen. Diese verkauft Loewe neuerdings auch in den deutschen Apple-Läden und im Online-Shop des US-Konzerns. Börsianer freuten sich: Die Loewe-Aktie legte am Donnerstag 15 Prozent auf 4,51 Euro zu. Überhaupt haben die Titel einen bemerkenswerten Aufschwung hinter sich: Innerhalb der letzten zwei Wochen gewannen sie mehr als 80 Prozent an Wert.

Analysten reagierten indes reserviert. „Angesichts des schwierigen Konjunkturumfelds in Teilen Europas könnte Loewe mit der Trendwende scheitern“, urteilte Thomas Maul von der DZ Bank.

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