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B2B
05/10/2019

Uber enttäuscht mit schwachem Börsenstart

Der Börsenstart der Taxi-Alternative Uber erwies sich am Freitag als wenig berauschend. Die Gründe sind vielschichtig.

von Christine Klafl

Uber hat am Freitag an der New York Stock Exchange sein lange erwartetes Börsendebüt gegeben. Die Aktie legte zwar keinen Totalabsturz hin. Mit einem Kurs zwischen 42 und 43 Dollar lag die Aktie aber doch spürbar unter dem Ausgabewert.Tags zuvor hatte Uber den Preis pro ausgegebener Aktie mit 45 US-Dollar festgelegt. Damit wäre der Konzern mit rund 82 Milliarden US-Dollar bewertet. Zum Vergleich: General Motors und Ford, die zwei größten US-Autobauer, sind etwa 90 Milliarden Dollar wert, allerdings zusammengezählt.

Noch vor wenigen Wochen soll Uber sogar einen Wert von 100 bis 120 Milliarden Dollar angepeilt haben. In der aktuellen Börsenphase wäre das aber nicht durchzusetzen, meinen Analysten. Sie nennen dafür zwei Hauptgründe: Der von US-Präsident Donald Trump neuerlich angefachte Handelsstreit mit China hat viele Anleger verschreckt. Und der kleine Uber-Konkurrent Lyft, der Ende März an die Börse gefahren ist, hat keine Kursparade geschafft.

Die Aktie notiert jetzt fast ein Viertel unter dem Ausgabepreis. Uber-Boss Dara Khosrowshahi sagte denn auch kurz vor dem Börsenstart: „Der Lyft-Börsengang hat uns dazu gebracht, ein bisschen zurückhaltender vorzugehen.“

42 Dollar

In Zurückhaltung übten sich offenbar auch die Anleger: Nach langem Warten schien ein Eröffnungskurs von 42 Dollar auf den Tafeln der New York Stock Exchange auf. Danach ging es auf und ab. „Es ist natürlich Pech, dass Uber in der schlechtesten Börsenwoche des laufenden Jahres gekommen ist“, sagt Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin im Private Banking der Bank Austria. Etliche Großinvestoren dürften mit dem Ausgabepreis und der Entwicklung allerdings nicht zufrieden gewesen sein.

Bei der letzten Finanzierungsrunde hätten die Uber-Anteile je 50 Dollar und mehr gekostet, erzählt Rosen. Aktuell seien jene Investoren noch in der Verlustzone. Offen ist, ob sich das zehn Jahre alte Unternehmen jemals in die Gewinnzone manövrieren wird können. Ein paar Eckdaten: Aktuell fahren 3,9 Millionen Menschen für Uber. Der Konzern ist in 80 Ländern weltweit vertreten, bisher soll es schon fünf Milliarden Uber-Fahrten gegeben haben.

Tatsache ist, dass der Taxischreck Uber das Mobilitätsverhalten in vielen Städten verändert hat. Zum Portfolio gehören mittlerweile auch E-Bikes, E-Tretroller oder Essenslieferungen. Tatsache ist aber auch, dass der Konzern immer wieder heftig kritisiert wird. Uber & Co. sorgen dafür, dass das klimaschädliche Verkehrsaufkommen weiter steigt, ist da zu hören. Und die Uber-Fahrer wollen mehr vom großen Kuchen. Sie nehmen durchschnittlich 364 Dollar im Monat ein. Auch am Tag des Börsengangs gab es wieder Proteste von Fahrern.