B2B
16.08.2018

Uber nach wie vor weit von der Gewinnzone entfernt

Der Umsatz konnte zwar kräftig gesteigert werden, dennoch sind Experten "nicht beeindruckt".

Der US-Fahrdienstvermittler Uber macht sich auf den Weg aus den roten Zahlen, ist von der Gewinnzone aber noch weit entfernt. Der Nettoverlust fiel mit 659 Millionen US-Dollar in dem Ende Juni abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal um deutlich geringer aus als im Vorjahr. Im Vergleich zum ersten Quartal, als man 577 Millionen US-Dollar verlor, legte man jedoch zu. Auch das EBITDA (404 Millionen US-Dollar) fiel im Jahresvergleich 24 Prozent geringer aus, im Vergleich zum ersten Quartal aber um 32 Prozent höher.

Beim Nettoumsatz legte Uber dagegen den Turbo ein: Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Der Bruttoumsatz stieg im Jahresvergleich um 41 Prozent auf zwölf Milliarden US-Dollar an. "Wir hatten wieder ein großartiges Quartal", sagte Unternehmenschef Dara Khosrowshahi. "Wir setzen unser Wachstum in einem für ein Unternehmen unserer Größe beeindruckenden Tempo fort."

Der US-Konzern ist zwar ein Privatunternehmen, das seine Einnahmen nicht offenlegen müsste, in Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang gibt Uber aber dennoch seit einigen Quartalen seine Finanzergebnisse bekannt. Die Bargeld-Reserven des Unternehmens betragen noch 7,3 Milliarden US-Dollar, mit dem Börsengang möchte man sich wohl auch frisches Kapital holen. Zuletzt drängten Investoren Uber auch dazu, die Entwicklung seiner selbstfahrenden Autos einzustellen, da diese Sparte pro Quartal 125 bis 200 Millionen US-Dollar Verlust schreibt.

Zweifel bleiben

Experten zeigten sich dagegen kritisch: "Ich bin weiterhin nicht beeindruckt", sagte Management-Professor Brent Goldfarb von der Universität Maryland. Nur weil man sich von den schwächsten Bereichen trenne, bedeute das noch nicht, dass das zugrunde liegende Geschäftsmodell profitabel sei.

Unter der Führung des seit September amtierenden Khosrowshahi hat sich Uber aus verlustträchtigen Märkten zurückgezogen. Zugleich versucht Uber aber in neue Bereiche und auch Geschäfte wie Essenlieferungen vorzudringen.