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B2B
11/18/2019

USA verlängern Galgenfrist für Huawei um 90 Tage

Huawei bekommt erneut einen 3-monatigen Aufschub vom US-Handelsministerium für seine Produkte. Neue Geräte sind ausgenommen.

Nutzer von Huawei-Smartphones erhalten weitere drei Monate Android-Updates und Zugang zu Apps aus dem Play Store. Die US-Regierung verlängerte die Ausnahmeerlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster um weitere 90 Tage, wie das Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte.

Riesenproblem für Huawei

Für Huawei sind das nur bedingt gute Nachrichten. Denn wenngleich ältere Geräte weiterhin mit Updates vorsorgt werden und Zugang zum App Store haben, darf der Konzern bei neuen Smartphones weiterhin nicht auf den Google Play Store und Play Services zugreifen. Wie unbrauchbar die Geräte dadurch sind, zeigt ein futurezone-Test des Huawei Mate 30. So lange der Handelsstreit und Bann von Huawei aufrecht bleibt, bleibt es für den Konzern schwierig.

Zuletzt hatte die US-Regierung Mitte August einen solchen 90-Tage-Aufschub gesetzt und erklärt, dies solle betroffenen Kunden mehr Zeit geben, nach Alternativen zu suchen. Die erneute Verlängerung dürfte auch darauf ausgerichtet sein, die laufenden Handelsgespräche mit China nicht zu torpedieren. Die USA hatten Huawei im Mai - inmitten des Handelskrieges mit China - auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen.

Handelskrieg trifft US-Mobilfunker

Der chinesische Konzern ist ein führender Ausrüster von Mobilfunknetzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Huawei wird von den USA verdächtigt, für China zu spionieren. Beweise dafür wurden bisher nicht öffentlich gemacht, Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Der US-Regierung geht es bei der verlängerten Ausnahmegenehmigung auch darum, mögliche Ausfälle bei kleineren amerikanischen Mobilfunk-Anbietern in ländlichen Gegenden zu vermeiden, die ihre Netze mit Sendetechnik von Huawei bestückt hatten. Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google die mit seinem Betriebssystem Android laufenden Telefone vorerst weiter in vollem Umfang mit Updates versorgen kann.