Richard Yu, CEO of Huawei's consumer business group, launches the Mate 30 smartphone range in Munich

© REUTERS / MICHAEL DALDER

Produkte
10/02/2019

Hintertür zu Google-Apps auf Huawei Mate 30 aufgeflogen

Nach einem Aufdeckerbericht wurde die Hintertür, um Google-Apps trotz US-Blockade auf das neue Handy zu bringen, geschlossen.

Huawei hat bekanntlich mit US-Sanktionen zu kämpfen, weil das Unternehmen durch seine Netzwerktechnik angeblich im Auftrag der chinesischen Regierung spioniert. Die neu veröffentlichten Smartphones Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro haben dadurch, trotz Verwendung von Android als Betriebssystem, keinen Zugang zu Google-Diensten und -Apps - zumindest nicht über den üblichen Weg. Dank einer Hintertür gelangten die Apps dennoch auf die Huawei-Mobilgeräte. Damit ist nun aber Schluss.

App von chinesischer Webseite

In einem Bericht bei Medium hat der Android-Sicherheitsforscher John Wu nämlich die Taktiken zur Installation der Google-Apps offengelegt. Der Bericht hat nun eine Reihe umfassender Reaktionen zur Folge. Wu beschrieb, dass Google-Apps mit Hilfe einer App namens LZPlay installiert werden konnten. Die App mussten Nutzer auf einer chinesische Webseite herunterladen und ihr umfassende Zugriffsrechte auf das jeweilige Huawei-Smartphone gewähren.

Dass es einer App überhaupt möglich war, auf solch einer tiefgreifenden Ebene in das Betriebssystem der Smartphones einzugreifen, lag freilich an Huawei. Der Hersteller gab der App über bestimmte Schnittstellen eine Sicherheitsauthorisierung, die bei Geräten für den Privatverkauf unüblich ist, wie Forbes beschreibt.

Mögliche Konsequenzen

Nach John Wus Aufdeckerbericht musste Huawei mit Konsequenzen rechnen, da das Vorgehen eine Umgehung der US-Sanktionen darstellt. Laut dem Standard kommt das in Zeiten von bilateralen Verhandlungen zwischen den USA und China nicht gut an. Die Sicherheitsauthorisierung verschwand plötzlich ebenso wie die Webseite, auf der die App LZPlay angeboten worden war. Das legt die Vermutung nahe, dass die angeblich anonym angebotene App im Grunde von Huawei selbst stammte.

Auf Google-Seite gab es ebenfalls eine Reaktion. Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro bestehen plötzlich den SafetyNet-Test für Android nicht mehr. Damit laufen Google-Apps nicht mehr auf den Geräten. Zusammengefasst kann man sagen, dass Google-Apps fortan mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den neuen Huawei-Smartphones laufen. Ob es weitere Konsequenzen wegen der aufgeflogenen App-Hintertür gibt, wird man sehen.