B2B 05.01.2018

Visa sperrt hunderttausende Bitcoin-Kreditkarten

© Bild: APA/dpa

Zahlreiche Prepaid-Kreditkarten, die mit Kryptowährungen aufgeladen werden konnten, wurden über Nacht wertlos. Visa stellte die Zusammenarbeit mit der Ausgabebank ein.

Der Zahlungsdienstleister Visa hat mehrere hunderttausend Prepaid-Kreditkarten deaktiviert, die mit Kryptowährungen aufgeladen werden können. Davon betroffen sind unter anderem die Start-ups AdvCash, Bitwala, Xapo sowie TenX. TenX hat durch die Tiroler Gründer Julian Hosp, Michael Sperk und Toby Hönisch österreichische Wurzeln, der Firmensitz befindet sich aber in Singapur.

Durch einen Token Sale konnte das Start-up 2017 rund 80 Millionen US-Dollar an Risikokapital einnehmen. Geld, das derzeit wohl dringend benötigt wird. Denn zahlreiche Nutzer, die auf die Kreditkarten angewiesen sind, beschweren sich nun lautstark über Probleme. So klagt ein Bitwala-Nutzer, sein Hotel habe seine Reservierung storniert, weil die Kreditkarte nicht mehr funktioniert. Ein anderer Nutzer sagt, er würde deswegen im Ausland ohne Geld feststecken.

Neue Karten in den nächsten Wochen

Die Deaktivierung der Karten wurde von Visa veranlasst. Dabei dürfte es sich aber um keinen gezielten Schlag gegen Kryptowährungen handeln, sondern um einen Kollateralschaden. Laut Julian Hosp von TenX wurde die Bank WaveCrest dazu aufgefordert, die Ausgabe der Prepaid-Kreditkarten einzustellen und bestehende Karten zu deaktivieren. Die meisten Anbieter von Bitcoin-Kreditkarten arbeiten mit WaveCrest zusammen, weswegen nun die gesamte Branche mit dem gleichen Problem konfrontiert ist.

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Hosp gab in einer spontan einberufenen Online-Pressekonferenz bekannt, dass alle betroffenen Nutzer im Laufe des ersten Quartals neue Kreditkarten erhalten sollen. Man habe bereits einen neuen Bankpartner, wobei es sich Berichten zufolge um Wirecard handeln soll. Er sehe das Aus für WaveCrest als Chance an, da TenX künftig womöglich das einzige Unternehmen sein könnte, das noch Karten ausgeben darf. Vorerst sei es aber weiterhin nicht möglich, das eigene TenX-Guthaben auf das eigene Wallet zu transferieren. Laut Hosp wolle man dies erst wieder ab Montag erlauben, da es aktuell noch technische Probleme gibt.

Beliebtes Zahlungsmittel für Kriminelle

Laut Heise Online werden derartige Bitcoin-Kreditkarten oftmals von Kriminellen genutzt, um Erpressungs- oder Drogengelder anonym auszubezahlen. Im Darknet finden sich des Öfteren unter falschem Namen angelegte Prepaid-Kreditkarten, mit denen Bargeld abgehoben oder Leistungen bezahlt werden können.

( futurezone ) Erstellt am 05.01.2018