B2B
04.09.2016

VW-Chef: Reichweite bei E-Autos wichtiger als Preis

Die ebenso umstrittene wie von großen Hoffnungen begleitete Kaufprämie für Elektroautos wird in Deutschland bisher nur zaghaft angenommen.

Auch VW-Konzernchef Matthias Müller bezweifelt, dass sie allein die Nachfrage nach den „Stromern“ entscheidend ankurbeln kann. Ein dichteres Ladenetz und eine höhere Reichweite von E-Fahrzeugen seien als Faktoren „wohl wichtiger als der Anschaffungspreis“ des Wagens, sagte der Manager im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Auf die Frage, ob die Subvention den nötigen Schub für die Technik bringen könne, meinte Müller: „Im Moment schaut es nicht so aus.“

Kaufprämie hinter Erwartungen

Seit Anfang Juli können Elektroauto-Käufer beim zuständigen Amt Bafa die Förderung beantragen - für reine E-Autos 4000 und für Hybridwagen 3000 Euro, die Staat und Industrie je zur Hälfte finanzieren. Nach zwei Monaten fiel die Zwischenbilanz aber eher mau aus: Bis zum 1. September gingen nur 3027 Anträge ein. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen.

Kritiker fürchten, dass der „Umweltbonus“ angesichts der recht hohen Kaufpreise verpufft und vor allem Kunden nutzt, die sich ohnehin ein E-Auto leisten könnten. VW setzt nun auch darauf, die in Deutschland schleppend anlaufende E-Mobilität in Projekten mit großen Kommunen voranzutreiben. „Das können weder die Autoindustrie noch die Behörden allein“, betonte Müller. Eine „Mobilitätspartnerschaft“ mit Hamburg wurde geschlossen, die unter anderem auch autonomes Fahren abdeckt.

„Diesel ist nicht tot“

Der VW-Chef bekräftigte, ungeachtet der neuen Antriebe dürfe man den Diesel nicht abschreiben: „Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Diesel nicht tot.“ Auch 2025 könnten insgesamt noch drei Viertel aller Autos mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein. Langfristig seien die Perspektiven des Selbstzünders jedoch schwieriger: „Mit der nächsten Verschärfung der Abgas-Gesetzgebung wird das eine Frage sein.“